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Geflügelhaltung Tierhaltung

Geflügel ist das häufigste Nutztier in Deutschland. Über 173 Millionen Tiere wurden im Jahr 2020 in Deutschlands Geflügelhöfen gehalten. Die Tabellen zum Geflügelbestand, der Legehennenhaltung und den ökologischen Haltungsformen finden Sie hier.

Das Huhn ist das häufigste Nutztier in Deutschland.
Quelle: Ruslan Sidorov/iStock/Getty Images Plus/via Getty Images

Der Appetit auf Geflügelfleisch wächst in Deutschland stetig. Wurden noch vor zehn Jahren 11,6 Kilogramm Geflügelfleisch pro Kopf verzehrt, so stieg die Menge 2023 laut vorläufigen Zahlen auf 13,1 Kilogramm pro Kopf. Damit verzehren wir in Deutschland mehr Geflügel als Rind. Mehr zur Versorgung mit Fleisch erfahren Sie in unserer Fleischbilanz.

Neben dem Fleisch schätzen wir vor allem bei den Hühnern auch die Eier. So lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2023 nach vorläufigen Zahlen bei 236 Eiern pro Jahr. Einen ausführlichen Bericht über die Versorgung mit Eiern finden Sie auf unserer Seite zur Eierbilanz.

Welche Geflügelarten werden gehalten?

Mit über 159 Millionen Tieren dominiert auf deutschen Geflügelhöfen das Huhn. Legehennen und Masthühner stellen damit 90 Prozent des Geflügelbestandes.

An zweiter Stelle mit rund 11,5 Millionen Tieren steht das Truthuhn, das im Handel als Pute vermarktet wird. Platz drei belegt die Entenhaltung mit rund zwei Millionen Tieren. Oft als Martinsgans oder Weihnachtsgans vermarktet, nimmt die Gänsehaltung in Deutschland lediglich eine Marktnische ein. Perlhühner, Strauße, Fasane, Wachteln und Tauben können auch landwirtschaftlich genutzt werden, was aber in Deutschland gemessen an den Schlachtzahlen nur in sehr geringem Umfang stattfindet.

Hühner & Co. sind regional unterschiedlich verteilt – ein Bundesland ist allerdings der Schwerpunkt der Hühnerhaltung in Deutschland. Niedersachsen dominiert bei der Geflügelhaltung. So wird jedes zweite Huhn in einem niedersächsischen Geflügelhof gehalten. Bei der Puten- und Entenhaltung sind es jeweils 40 Prozent die in Niedersachsen gehalten werden.

Welche Bedeutung nimmt die Geflügelhaltung in Deutschland ein?

Eier und Geflügelfleisch tragen mit sieben Prozent zum Produktionswert der Landwirtschaft bei. Laut Landwirtschaftlicher Gesamtrechnung waren es im Jahr 2022 rund 5,1 Milliarden Euro – 3,4 Milliarden Euro davon entfielen dabei auf Geflügelfleisch.

Die jährliche verwendbare Erzeugung von Eiern lag im Jahr 2023 bei 15,6 Milliarden Stück und entsprach rund 961.800 Tonnen. Mit 14,6 Milliarden Eiern (etwa 907.900 Tonnen) wurde ein Großteil der Gesamteiererzeugung für den Konsum produziert. Rund sieben Prozent waren sogenannte Bruteier für die Nachzucht von Masthühnern und Legehennen.

In Deutschland deckte die heimische Erzeugung den inländischen Bedarf an Konsumeiern etwa zu 73 Prozent. Wichtige Lieferländer stellten die Niederlande, Polen und Belgien dar. Im Jahr 2023 stammten 75 Prozent der Importe von Schaleneiern aus den Niederlanden.

Im Jahr 2023 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch bei 19,9 Kilogramm, darunter waren 13,1 Kilogramm für den menschlichen Verzehr bestimmt. Hühnerfleisch nahm mit etwa 73 Prozent den weitaus größten Anteil am verbrauchten Geflügelfleisch ein.

Mit einer Bruttoeigenerzeugung von 1,7 Millionen Tonnen Schlachtgewicht lag der Selbstversorgungsgrad von Geflügelfleisch bei 102 Prozent.

Legehennenhaltung in Deutschland

In Deutschland lag der Bestand an Legehennen im Jahr 2023 bei 50,3 Millionen Hennen. Diese erzeugten etwa 15,7 Milliarden Eier (14,6 Milliarden Konsumeier und 1,1 Milliarden Bruteier). Damit zählt Deutschland zu den führenden Produzenten in der Europäischen Union.

Für die Eiererzeugung werden überwiegend Zuchtlinien und Hybridkreuzungen mit hoher Legeleistung eingesetzt. Die jährliche Legeleistung lag im Jahr 2023 bei 291 Eiern. Das sind 0,8 Eier pro Tag. Da die Legeleistung der Tiere nach 1 bis 1,5 Jahren nachlässt, kommen die Tiere anschließend als sogenanntes Suppenhuhn in den Handel.

Eine visualisierte Aufbereitung der jährlichen Legeleistung und der Eierzeugung in Deutschland finden Sie auf der Seite: Versorgungsbilanz Eier.

Wie werden Legehennen gehalten?

Seit dem Verbot der Käfighaltung im Jahr 2010 dürfen Legehennen nicht mehr in konventionellen Batterie-Käfigen gehalten werden.

Bei der Legehennenhaltung dominiert inzwischen die Bodenhaltung (60,5 Prozent). Hier leben die Tiere meist zu Zehntausenden in hallenähnlichen Ställen. Die Freilandhaltung nahm in den vergangenen Jahren relativ kontinuierlich zu. Hier haben die Hühner zusätzlich Auslauf ins Freie. Im Jahr 2022 stieg der Anteil dieser Haltungsform auf 21 Prozent.

Auch die ökologische Eierzeugung ist im Aufschwung: 2022 wurden 13,6 Prozent aller Hennen in ökologischen Betrieben gehalten. Bei etwa fünf Prozent der Legehennenhaltung wird die sogenannte Kleingruppenhaltung praktiziert. Hier leben die Tiere in Gruppen in ausgestalteten Volieren. Vor dem Verbot der Käfighaltung 2010 waren es noch über 60 Prozent der Legehennen, die in Käfigen gehalten wurden. Ende 2015 hat der Bundesrat beschlossen, dass diese Art der Haltung beendet wird. Eine Änderung der Tierschutz-Nutztierverordnung sieht ein Auslaufen der ausgestalteten Käfige für bestehende Betriebe bis Ende 2025 vor.

In Deutschland halten 47.104 Betriebe Legehennen. Der Schwerpunkt der Legehennenhaltung liegt im Nordwesten Deutschlands. So halten die Landwirtinnen und Landwirte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fast die Hälfte aller Legehennen.

Bezüglich der verschiedenen Haltungsformen in den verschiedenen Bundesländern lässt sich kaum ein regionaler Unterschied erkennen. Lediglich Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen weisen mit neun beziehungsweise zehn Prozent die meisten Plätze in Kleingruppenhaltung aus. In Mecklenburg-Vorpommern hingehen lebten 60 Prozent der Tiere in Freilandhaltung.

Wie in der Schweinehaltung, so gibt es auch in der Legehennenhaltung eine Tendenz zu größeren Betrieben. Im Jahr 2020 wurden 87 Prozent des Legehennenbestandes in Betrieben mit mehr als 10.000 Plätzen gehalten.

Mastgeflügel in Deutschland

Die Geflügelfleischerzeugung hat in den vergangenen 20 Jahren enorm zugenommen. Zwischen 2002 und 2022 ist die Bruttoeigenerzeugung von 1 Millionen Tonnen Schlachtgewicht auf knapp 1,8 Millionen Tonnen angestiegen und hat sich somit fast verdoppelt. Deutschland ist damit in der Europäischen Union (EU-27) viertwichtigster Geflügelfleischproduzent – hinter Polen, Frankreich und Spanien.

Knapp 80 Prozent des hierzulande produzierten Geflügelfleisches stammt von Masthühnern und macht dadurch die Hühnermast zum wichtigsten Produktionszweig der Geflügelmast.

Broilermast

Fast 80 Prozent aller Masthühner werden in Betrieben mit mehr als 50.000 Haltungsplätzen gemästet. Niedersachsen mästet mit 55 Millionen Tieren die meisten Masthühner.
Quelle: Wikoski/iStock/Getty Images Plus/via Getty Images

In der Hühnermast, auch Broilermast genannt, werden weibliche und männliche Tiere in einem Stall gehalten. Für die Mast werden spezielle Zuchtlinien eingesetzt, die sich durch eine hohe Gewichtszunahme und eine gute Futterverwertung auszeichnen. Wiegt ein Masthuhn am ersten Tag seines Lebens circa 40 Gramm, so haben die Tiere ihr Schlachtgewicht von 1,5 bis 2,5 Kilogramm nach fünf bis neun Wochen erreicht.

Die vorherrschende Form der Broilermast ist die Bodenhaltung mit Einstreu. Selten findet die Mast mit Freilandhaltung statt. Freilaufende Masttiere sind vorwiegend in Betrieben mit ökologischer Wirtschaftsweise zu finden.

Im Jahr 2020 wurden 92 Millionen Hühner in 3.800 Betrieben gemästet. Der Schwerpunkt der Hähnchenmast liegt in Niedersachsen. Hier leben mit über 55 Millionen Tiere 60 Prozent des deutschen Masthühnerbestandes. Fast 80 Prozent aller Masthühner werden in Betrieben mit mehr als 50.000 Plätzen gemästet. Die Hähnchenmäster mit weniger als 10.000 Plätzen halten weniger als ein Prozent des deutschen Masthuhnbestandes.

Putenmast

Im Gegensatz zum Masthuhn werden männliche und weibliche Truthühner aufgrund ihres unterschiedlichen Wachstumstempos getrennt gehalten. Die Putenhennen erreichen nach etwa 16 Wochen ihr Schlachtgewicht von rund zehn Kilogramm, die Putenhähne werden meist in 22 Wochen auf etwa 20 Kilogramm gemästet.

Der Schwerpunkt der Putenmast liegt, wie auch in der Broilermast, in Niedersachsen. Hier waren 2020 etwa 42 Prozent der Mastputen anzutreffen.

Marktnische Gänsehaltung

Traditionell kommen in vielen Haushalten zu Sankt Martin oder zu Weihnachten eine Gans auf den Tisch. Mit einem Selbstversorgungsgrad von rund 20 Prozent können wir den Bedarf an Gänsefleisch zu 20 Prozent aus der heimischen Haltung decken und sind hier auf Importe angewiesen.

Visualisierte Auswertung der Geflügelhaltung und Bestandsgrößenklassen

Anmerkungen

Die Angaben zur Viehhaltung stammen aus den nach dem Agrar­statistikgesetz repräsentativ oder allgemein (total) durchgeführten Viehbestandserhebungen. Neben der Veröffentlichung der Ergebnisse für die einzelnen Tierarten nach Kategorien wird die im Rahmen der Land­wirt­schafts­zählung/ Agrarstrukturerhebung vorgenommene Auswertung nach Betriebs- und Bestands­größen­klassen für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel insgesamt sowie für einzelne Kategorien dargestellt. Die Begriffe "Rinder" und "Schweine" schließen jeweils alle Kategorien ein, d. h. bei Rindern auch Kälber, Kühe und Bullen, bei Schweinen auch Ferkel, Zuchtsauen und Eber.

Seit Mai 1999 wurde die allgemeine Erhebung in den Jahren 2001, 2003 und 2007 durchgeführt, Anfang Mai für Rinder, Schweine, Schafe, Pferde und Geflügel; in den anderen Jahren wurden Anfang Mai Rinder, Schweine und Schafe repräsentativ erhoben. Im November jeden Jahres werden Rinder und Schweine erhoben. Die Angaben zu den Rinderbeständen sowie zur Zahl der Rinderhalter werden seit Mai 2008 der HIT-Rinderdatenbank entnommen und sind mit denen aus vorhergehenden Zeiträumen nur bedingt vergleichbar. Seit 2009 werden die Kälber und Jungrinder gemäß EU-Verordnung 1165/2008 neu abgegrenzt. Eine Vergleichbarkeit ist nur mit der Position "Kälber und Jungrinder bis 1 Jahr gesamt" gegeben.

Seit 2010 werden die Bestände an Geflügel und Einhufern nur noch im Rahmen der dreijährlich stattfindenden Agrarstrukturerhebungen erfasst. Die Schweinebestände werden im Mai und im November in einer besonderen Stichprobenerhebung ermittelt, in der Betriebe mit mindestens 50 Schweinen oder 10 Zuchtsauen einbezogen sind, um insbesondere die kleineren Betriebe zu entlasten. Daher sind die Schweinebestände zu den Vorerhebungen nur begrenzt vergleichbar; die Betriebszahlen sind nicht vergleichbar. Die Schafbestände wurden 2010 im Rahmen der Landwirtschaftszählung erhoben und werden seit 2011 im Rahmen der Viehbestandserhebung im November repräsentativ ermittelt.