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Geflügelhaltung Tierhaltung

Geflügel ist das am meisten in Deutschland gehaltene Nutztier. Neben Hühnern zählen auch Gänse, Enten oder Truthühner zum Geflügel. Die Tiere werden als Fleischlieferant sowie für die Eierproduktion genutzt. Hier finden Sie ausführliche Informationen über die Geflügelhaltung in Deutschland.

93 Prozent des Geflügelbestands sind Hühner

Mit über 156 Millionen Tieren dominierte 2023 auf deutschen Geflügelhöfen das Huhn. Legehennen und Masthühner stellten damit 93 Prozent des Geflügelbestandes. An zweiter Stelle mit rund neun Millionen Tieren stand das Truthuhn, das im Handel als Pute vermarktet wird. Platz drei belegten Enten mit rund 1,6 Millionen Tieren.

Oft als Martinsgans oder Weihnachtsgans vermarktet, nimmt die Gänsehaltung in Deutschland lediglich eine Marktnische ein. Perlhühner, Strauße, Fasane, Wachteln und Tauben können auch landwirtschaftlich genutzt werden. Gemessen an den Schlachtzahlen findet dies in Deutschland aber nur in sehr geringem Umfang statt.

Der Geflügelbestand ist deutschlandweit regional sehr unterschiedlich verteilt. Allerdings sticht ein Bundesland als Schwerpunkt der Hühnerhaltung in Deutschland hervor: Niedersachsen. So wurde 2023 etwa jedes zweite Huhn in einem niedersächsischen Geflügelhof gehalten. Bei den Puten waren es rund 37 Prozent, die in Niedersachsen gehalten wurden.

Legehennenhaltung in Deutschland

2.262 Betriebe in Deutschland hielten im Jahr 2025 rund 45,2 Millionen Legehennen. Die Anzahl an Hennenhaltungsplätzen war dabei mit 52,7 Millionen etwas höher. Der Schwerpunkt der Legehennenhaltung liegt im Nordwesten Deutschlands. So hielten die Landwirtinnen und Landwirte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen etwa die Hälfte aller Legehennen.

Insgesamt überwiegt bei Legehennen die Bodenhaltung: 2025 waren 58,1 Prozent der Legehennenhaltungsplätze dieser Haltungsform zugeordnet. Hier leben die Tiere meist zu Zehntausenden in hallenähnlichen Ställen. Die Freilandhaltung nahm in den vergangenen Jahren relativ kontinuierlich zu. Im Jahr 2025 stieg der Anteil dieser Haltungsform auf 24,3 Prozent. Hier haben die Hühner zusätzlich Auslauf ins Freie. Am dritthäufigsten ist in Deutschland die ökologische Legehennenhaltung vertreten: 14,1 Prozent der Haltungsplätze waren 2025 in ökologischen Betrieben. 

Bei 3,5 Prozent der Legehennenhaltungsplätze wurde die sogenannte Kleingruppenhaltung praktiziert. Hier leben die Tiere in Gruppen in ausgestalteten Volieren. Vor dem Verbot der Käfighaltung 2010 waren es noch über 60 Prozent der Legehennen, die in Käfigen gehalten wurden. Ende 2015 hat der Bundesrat beschlossen, dass diese Art der Haltung beendet wird. Eine Änderung der Tierschutz-Nutztierverordnung sieht ein Auslaufen der ausgestalteten Käfige für bestehende Betriebe bis Ende 2025 vor.

Zwischen den Bundesländern lässt sich bezügllich der verschiedenen Haltungsformen kaum ein Unterschied erkennen. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wiesen mit rund sieben beziehungsweise acht Prozent im Vergleich der Bundesländer allerdings einen deutlich höheren Anteil an Plätzen in Kleingruppenhaltung aus. In Mecklenburg-Vorpommern hingehen war der Anteil an Haltungsplätzen in Freilandhaltung (46 Prozent) und in ökologischer Erzeugung (30 Prozent) besonders hoch.

Hühner dominieren die deutsche Geflügelmast

Masthühner im Stall. Es handelt sich um eine weiß gefederte Masthhühnerrasse.
Fast 80 Prozent aller Masthühner wurden 2023 in Betrieben mit mehr als 50.000 Haltungsplätzen gemästet.
© Wikoski via Getty Images

Im Jahr 2023 wurden laut Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 88 Millionen Hühner in rund 3.700 Betrieben (einschließlich Betriebe, die vorübergehend keinen Bestand haben) gemästet. Der Schwerpunkt der Hähnchenmast lag dabei in Niedersachsen. Hier lebten mit über 49 Millionen Tieren 56 Prozent des deutschen Masthühnerbestandes. Fast 80 Prozent aller Masthühner wurden in Betrieben mit mehr als 50.000 Plätzen gemästet. Die Hähnchenmäster mit weniger als 10.000 Plätzen hielten weniger als ein Prozent der deutschen Masthühner.

In der Hühnermast, auch Broilermast genannt, werden weibliche und männliche Tiere in einem Stall gehalten. Für die Mast werden spezielle Zuchtlinien eingesetzt, die sich durch eine hohe Gewichtszunahme und eine gute Futterverwertung auszeichnen. Wiegt ein Masthuhn am ersten Tag seines Lebens circa 40 Gramm, so haben die Tiere ihr Schlachtgewicht von 1,5 bis 2,5 Kilogramm nach fünf bis neun Wochen erreicht.

Die vorherrschende Form der Broilermast ist die Bodenhaltung mit Einstreu. Selten findet die Mast mit Freilandhaltung statt. Freilaufende Masttiere sind vorwiegend in Betrieben mit ökologischer Wirtschaftsweise zu finden.

Putenmast

Neun Millionen Truthühner wurden 2023 in Deutschland gehalten. Rund 89 Prozent davon lebten in Beständen von über 10.000 Tieren. Wie auch in der Broilermast, lag der Schwerpunkt der Putenmast in Niedersachsen. Hier waren 2023 etwa 37 Prozent der Mastputen anzutreffen.

Im Gegensatz zu Masthühnern werden männliche und weibliche Truthühner aufgrund ihrer unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeit getrennt gehalten. Die Putenhennen erreichen nach etwa 16 Wochen ihr Schlachtgewicht von rund zehn Kilogramm, die Putenhähne werden meist in 22 Wochen auf etwa 20 Kilogramm gemästet.

Deutschland hat den zweitgrößten Legehennenbestand der EU

2024 wurden laut vorläufigen Zahlen 58,4 Millionen Legehennen in Deutschland gehalten. Größer war nur der Bestand in Frankreich (58,5 Millionen Tiere). Mit einer Eiererzeugung von 997.000 Tonnen im Jahr 2024 zählt Deutschland mit zu den führenden Eier-Produzenten in der Europäischen Union.

Deutschland war mit einer Bruttoeigenerzeugung von 1,5 Millionen Tonnen Schlachtgewicht im Jahr 2024 in der Europäischen Union (EU-27) der viertwichtigste Geflügelfleischproduzent – hinter Polen, Spanien und Frankreich.

Welche Bedeutung nimmt die Geflügelhaltung in Deutschland ein?

Braun gefiederte Junghennen im Stall
©Ruslan Sidorov via Getty Images

Geflügelfleisch und Eier sind bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland immer beliebter. So wurden 2025 beispielsweise im Durchschnitt 22,3 Kilogramm Geflügelfleisch und im Jahr 2025 252 Eier pro Kopf verbraucht. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in unserer Fleischbilanz beziehungsweise in der Eierbilanz.

Zum landwirtschaftlichen Produktionswert trugen Eier und Geflügelfleisch etwa neun Prozent bei. Laut vorläufigen Ergebnissen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung waren dies im Jahr 2025 rund 6,7 Milliarden Euro – 3,8 Milliarden Euro davon entfielen dabei auf Geflügel.

Interaktive Grafik: Geflügelhaltung und Bestandsgrößenklassen

Weiterführende Informationen

BMEL-Statistik: Ökologische Geflügelhaltung

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft Legehennenhaltung in Deutschland

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft Hühnermast in Deutschland

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft Geflügel

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: Geflügel

Verwaltungsdaten-Informationsplattform: Legehennenbetriebsregister