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Landwirtschaft

Produktionswert

Produktionswert der Landwirtschaft

Im Produktionswert der Landwirtschaft sind neben Verkäufen pflanzlicher und tierischer Produkte an andere Wirtschaftsbereiche und an andere landwirtschaftliche Einheiten auch der betriebliche Eigenverbrauch, die Vorratsveränderungen, die selbst erstellten Anlagen (Vieh) sowie die auf der landwirtschaftlichen Erzeugerstufe erbrachten Dienstleistungen (z. B. Neuanpflanzungen von Dauerkulturen) enthalten. Nach den Bestimmungen des Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) beinhaltet der Produktionswert auch den innerbetrieblichen Verbrauch von Futtermitteln (Futtergetreide, Silage, Heu) in landwirtschaftlichen Betrieben. Ebenfalls erfasst werden landwirtschaftliche Lohnarbeiten (auch von gewerblichen Lohnunternehmen durchgeführt) sowie nichttrennbare nichtlandwirtschaftliche Nebentätigkeiten (z. B. Ferien auf dem Bauernhof).

Der Produktionswert zu Erzeugerpreisen ergibt sich aus der Bewertung der Produktion mit durchschnittlichen Erzeugerpreisen aller Qualitäten ohne Mehrwertsteuer.

Der Produktionswert zu Herstellungspreisen berücksichtigt darüber hinaus die Produktsteuern und Produktsubventionen. Hierzu zählten bis 2004 im Wesentlichen die Flächenzahlungen und Tierprämien der Agenda 2000. Seit 2005 sind diese EU-Zahlungen von der Produktion entkoppelt und werden als Betriebsprämie ausgezahlt. Im Sinne des ESVG 2010 werden sie als sonstige Subventionen verbucht.

Produktionswert der deutschen Landwirtschaft 2021

Produktionswert der deutschen Landwirtschaft für 2021 wird nach der zweiten Schätzung im Januar 2022 auf 59,4 Milliarden Euro geschätzt.

Nach vorläufigen Angaben der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung entspricht dies einer positiver Veränderung im Vergleich zu 2020 um drei Prozent. Der Produktionswert der pflanzlichen Produktion stieg um 8,2 Prozent auf 29,8 Milliarden Euro. Der Wert der Tierproduktion erreicht mit 26 Milliarden Euro einen Rückgang im Vergleich zu Vorjahr (-2,5 Prozent).

Pflanzliche Erzeugung

Für die pflanzliche Erzeugung wird ein Produktionswert von knapp 29,8 Milliarden Euro berechnet. Dies ist eine Steigerung von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die höheren Getreidepreise infolge der gestiegenen Nachfrage auf den in- und ausländischen Märkten führten zu einem Verkaufserlös von sieben Milliarden Euro (+42 Prozent zu 2020). Der Produktionswert stieg um knapp 29 Prozent auf insgesamt 9,1 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Erzeugererlös beläuft sich nach der zweiten Schätzung auf 208 Euro pro Tonne (2020: 161 Euro pro Tonne).

Die Erzeugung von Körnermais erreicht nicht den Vorjahreswert. Es werden insgesamt 3,6 Millionen Tonnen für die Berechnung des Produktionswertes berücksichtigt. Das sind knapp 19 Prozent weniger als 2020. Mit einem Preis von 223 Euro pro Tonne (+32 Prozent zu 2020) wird der Produktionswert auf 794 Millionen Euro (+7 Prozent) geschätzt.

Die Nachfrage nach Kartoffeln, seitens der Gastronomie und Großverpflegungseinrichtungen wurde durch den Lock down in Europa und Deutschland zum Erliegen gebracht. Die Haushaltsnachfrage nach Kartoffeln und -erzeugnissen konnte dies nicht kompensieren. Der daraus resultierende Mengendruck führte zu einem niedrigeren Preis von 167 Euro pro Tonne (-17 Prozent gegenüber 2020). Der Produktionswert brach um 33 Prozent ein und erreichte knapp 1,6 Milliarden Euro.

Die Erzeuger von Gemüse und Obst beschäftigen bei der Pflege und Ernte der Pflanzen oft Arbeitskräfte aus andere EU-Mitgliedstaaten. Aufgrund erhöhte Reiseeinschränkungen und Quarantänemaßnahmen standen diese nicht im gewohnten Umfang zur Verfügung. Nach der zweiten Schätzung für 2021, lag die Erntemenge bei Frischgemüse um etwa vier Prozent unter der Vorjahresmenge. Die geringere Erntemenge führte zu einem deutlichen Preisanstieg von knapp 21 Prozent. Der geschätzte Produktionswert erreicht damit rund 3,9 Milliarden Euro (+16 Prozent).

Die Obstproduzenten verzeichneten eine knapp zehn Prozent geringere Erntemenge. Folglich stiegen die Preise für Obst an: bei Äpfeln um sieben Prozent und bei Birnen um 14 Prozent. Insgesamt blieben die Preise aber unter dem Vorjahresniveau. Mit einem Marktpreis von geschätzten 851 Euro pro Tonne wurde ein Produktionswert von insgesamt etwa einer Milliarde Euro berechnet (-10 Prozent).

Bei Futterpflanzen erreichte die verwendbare Menge fast das Vorjahresniveau. Bei der Verwendung von Silomais als Futter wurde einen 5-prozentigen Rückgang verzeichnet und die Verwendung für Energiegewinnung wies eine minimale Steigerung um etwa 1,5 Prozent zum Vorjahr auf. Die Preise für Grassilage sind um 20 Prozent und für Maissilage um 13 Prozent gegenüber 2020 zurückgegangen. Auch Heu konnte mit 136 Euro pro Tonne das Preisniveau des Vorjahres (143 Euro pro Tonne) mit einem Preisminus von fünf Prozent ebenfalls nicht halten.
Die Futterpflanzen erreichten insgesamt einen Produktionswert von 4,3 Milliarden Euro (-15,7 Prozent).

Tierische Erzeugung

Die tierische Erzeugung insgesamt erreichte 2021 einen geschätzten Gesamtwert von rund 26 Milliarden Euro und bleibt damit zwei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

In der Tierproduktion führten Personalmangel infolge der COVID-19 und strenge Quarantänemaßnahmen in den Schlacht- und Zerlegebetrieben zur Reduktion der Produktion. Es wurde ein um 1,7 Prozent niedrigeren Schlachtvolumen und rund 2,6 Prozent geringeren Schlachtviehpreisen erreicht. Der Produktionswert wurde auf 13 Milliarden Euro, um knapp 5 Prozent geringer als im Vorjahr geschätzt.

Bei Rindern insgesamt blieb die Produktionsmenge auf dem Vorjahresniveau. Die Preise lagen mit einer Steigerung von knapp14 Prozent deutlich über dem Vorjahr. Dadurch wurde ein Produktionswert von 3,6 Milliarden Euro errechnet (+13 Prozent). Pro Tonne Schlachtgewicht schätzt das BZL einen Durchschnittspreis für Rinder (ohne Kälber) von 3.207 Euro pro Tonne (+ 14,4 Prozent).

Bei Schweinen verhinderte der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest den Export nach Asien. In der Folge sanken die Preise dauerhaft. Der Durchschnittspreis für das Jahr 2021 wurde auf 1,34 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht geschätzt. Dies sind 16 Prozent weniger als 2020. Das Schlachtvolumen verringerte sich auf etwa 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Produktionswert erreichte 6,1 Milliarden Euro. Damit fiel er um 18,6 Prozent unter das Vorjahresergebnis (2020: 7,5 Milliarden Euro).

Bei Geflügel insgesamt fiel das Produktionsvolumen um 10,4 Prozent. Der durchschnittliche Jahrespreis blieb fast konstant zum Vorjahr. Der Produktionswert lag nach der zweiten Schätzung auf knapp 2,3 Milliarden Euro (-10 Prozent).

Die Milchmengen, die in den deutschen Molkereien erfasst wurden waren um knapp 3 Prozent niedriger als im Jahr 2020. Eine wieder ansteigende Nachfrage von Großverbrauchern machte eine Preissteigerung um ca. 9,7 Prozent möglich. Der durchschnittliche Milchpreis lag nach der zweiten Schätzung bei 36,9 Cent pro Kilogramm (2020: 33,7 Cent pro Kilogramm). Der Produktionswert stieg um knapp 7 Prozent auf knapp 11,6 Milliarden Euro.

Die Eiererzeugung blieb 2021 konstant. Der Preis von ca. 1.189 Euro pro Tonne blieb um 1,5 Prozent unter dem Vorjahr. Der Produktionswert erreicht schätzungsweise rund einer Milliarde Euro (-1,3 Prozent).

Darstellung des Produktionswertes in der Landwirtschaft