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Laut erster Schätzung des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) belief sich der landwirtschaftliche Produktionswert in Deutschland im Jahr 2025 auf 76,8 Milliarden Euro. Im Vorjahresvergleich legte er um 1,3 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent zu. Für das positive Ergebnis sorgten insbesondere die gestiegenen Preise im Bereich der Tierproduktion. Im Pflanzenbau war der Produktionswert dagegen rückläufig.
Bei Tieren und tierischen Erzeugnissen stieg der Produktionswert gegenüber 2024 deutlich um 8,4 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 39,3 Milliarden Euro. Das für die Nachfrage eher knapp bemessene Schlachtviehangebot führte zu merklich höheren Erzeugerpreisen. Ausgenommen davon waren jedoch Schweine, die einen spürbar niedrigeren Erlös erbrachten. Für Rohmilch und Eier wurde den Landwirtinnen und Landwirten ebenfalls mehr gezahlt, was den Produktionswert der tierischen Erzeugnisse merklich wachsen ließ.
In der Pflanzenproduktion waren die Ergebnisse gemischt. Unterm Strich ging der Produktionswert im Vergleich zu 2024 um 5,2 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro zurück. Mehrheitlich lagen die Erzeugerpreise unter dem Vorjahresniveau. Das traf unter anderem auf Kartoffeln, Zuckerrüben, Futterpflanzen oder Frischgemüse zu. Bei Getreide konnte die mengenmäßig gute Ernte den Preisrückgang mehr als ausgleichen; der Produktionswert legte um neun Prozent zu. Zu den Gewinnern zählten außerdem Ölsaaten und Obst mit einem höheren Wert der Produktion.
Die Veredlungswirtschaft steuerte 2025 nach vorläufigen Daten mit 39,3 Milliarden Euro erstmals mehr als die Hälfte (51,1 Prozent) zum gesamten landwirtschaftlichen Produktionswert bei. Bei den Tieren war, trotz des schwächeren Schweinemarktes, ein Zuwachs von 6,1 Prozent auf 19,0 Milliarden Euro zu verzeichnen. Die tierischen Erzeugnisse legten im Vorjahresvergleich um fast elf Prozent auf 20,3 Milliarden Euro noch stärker zu. In beiden Fällen wurden neue Rekordwerte erzielt.
Die Schweinehaltung verzeichnete bei den Tieren erneut den höchsten Produktionswert, musste aber Einbußen hinnehmen. Mit knapp 7,7 Milliarden Euro war ein Rückgang von fast neun Prozent gegenüber 2024 zu verzeichnen. Grund dafür waren geringere Schlachtschweinepreise, die sich um gut elf Prozent abschwächten. Aufgrund der Stabilisierung des Schweinebestandes und höherer Schlachtgewichte stieg die Schweinefleischproduktion aus heimischen Tieren um rund drei Prozent. Dem größeren inländischen Angebot stand ein deutlich geringerer Schlachtschweineimport gegenüber.
Den größten Sprung nach oben machte der Produktionswert für Rinder, der um 31 Prozent auf fast 6,3 Milliarden Euro nach oben schnellte. Möglich machten das die sehr deutlich gestiegenen Erzeugerpreise, die rund ein Drittel über dem Vorjahresniveau lagen. Schlachtrinder waren wegen des Bestandsabbaus fast das ganze Jahr nur begrenzt verfügbar und mussten teurer bezahlt werden. Das geringere Aufkommen konnte nicht durch die etwas höheren Schlachtgewichte ausgeglichen werden, die Rindfleischerzeugung war rückläufig.
Bei Geflügel lag die Produktionsmenge 2025 nur wenig über dem Niveau des Vorjahres. Hähnchen verzeichneten moderate Zuwächse, das Putenfleischaufkommen fiel etwas geringer aus. Die Preise für Schlachtgeflügel zogen bei guter Nachfrage um rund neun Prozent an, weshalb auch der Produktionswert um neun Prozent auf 3,8 Milliarden Euro stieg.
Bei Schafen und Ziegen fiel das Schlachtviehangebot deutlich knapper als 2024 aus. Die gestiegenen Preise verhinderten jedoch einen größeren Rückgang des Produktionswertes, der um gut zwei Prozent auf 261 Millionen Euro nachgab.
Unter den tierischen Erzeugnissen wuchs nach vorläufigen Berechnungen der Produktionswert von Milch gegenüber 2024 um rund zehn Prozent auf 17,0 Milliarden Euro. Das liegt sehr nahe am historischen Höchstniveau des Jahres 2022. In der ersten Jahreshälfte war das Milchaufkommen geringer und die Milcherzeugerpreise höher als im Vorjahreszeitraum. In der zweiten Jahreshälfte drehte sich allerdings das Bild ins Gegenteil. Insgesamt hat die Milcherzeugung gegenüber 2024 etwas zugenommen, das Preisniveau lag rund zehn Prozent über dem Niveau von 2024. Das Jahr 2026 wird jedoch mit spürbar niedrigeren Erzeugerpreisen als im Vorjahr beginnen.
Bei Eiern lag die Produktion 2025 nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Da die Eierversorgung nicht nur hierzulande als knapp beschrieben wurde und Bedarf bestand, ging es mit den Erzeugerpreisen spürbar aufwärts. Der Produktionswert legte deshalb um 13 Prozent auf etwas mehr als 2,9 Milliarden Euro zu. Damit wurde auch hier ein neuer Rekordwert erzielt.
Günstige Witterungsbedingungen und eine größere Anbaufläche als 2024 ermöglichten 2025 eine überdurchschnittliche Getreideernte in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Druschmenge einschließlich Körnermais um 15 Prozent auf 42,1 Millionen Tonnen zu. Das reichliche Angebot setzte allerdings die Erzeugerpreise unter Druck, die im Schnitt um rund fünf Prozent nachgaben. Der Produktionswert legte wegen der umfangreicheren Ernte jedoch um neun Prozent auf fast 7,4 Milliarden Euro zu.
Weizen blieb mit gut der Hälfte des Getreideaufkommens die wichtigste Anbaukultur. Die Ernte fiel durch erweiterte Anbauflächen und höhere Hektarerträge mit 21,4 Millionen Tonnen um ein Viertel höher als 2024 aus. Der um sieben Prozent gesunkene Preis dämpfte das Ergebnis, doch letztlich stieg der Produktionswert gegenüber 2024 um 16 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.
Ähnlich sah die Situation bei anderen Getreidearten aus. Die Erntemengen lagen deutlich über dem Vorjahresniveau, die Preise in der Regel darunter. Die Produktionswerte von Gerste (fünf Prozent) und Roggen (18 Prozent) verbuchten Zuwächse, bei Hafer blieb er unverändert. Eine Sonderrolle nahm Körnermais ein. Wegen kleinerer Anbauflächen und oft zu trockener Witterung fiel die Ernte um ein Zehntel kleiner als im Vorjahr aus, der Produktionswert sank um rund zwölf Prozent.
Gut lief es 2025 für Anbauende von Ölsaaten wie Raps oder Sonnenblumen. Bei nahezu unverändertem Produktionsareal konnten witterungsbedingt höhere Hektarerträge als 2024 erzielt werden und die Produktionsmenge stieg um zwölf Prozent. Weil gleichzeitig auch die Preise im Aufwind waren, legte der Produktionswert um 19 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro zu.
Bei den Eiweißpflanzen sorgten hingegen, trotz größerer Erntemengen, die deutlich niedrigeren Erzeugerpreise für einen Rückgang des Produktionswertes um zwei Prozent auf 154 Millionen Euro.
Bei Futterpflanzen insgesamt war 2025 ein starker Rückgang (-19 Prozent) des Produktionswertes auf 4,7 Milliarden Euro zu verzeichnen. Die Preise für alle Futterpflanzen (Grassilage, Maissilage und Heu) waren niedriger als im Vorjahr und gaben im Schnitt um 14 Prozent nach. Zudem fielen die eingebrachten Mengen im Mittel um fast sechs Prozent geringer als 2024 aus. Deshalb brach der Produktionswert um fast ein Fünftel ein, bei Maissilage mit annähernd 25 Prozent am stärksten.
Die Kartoffelbäuerinnen und -bauern haben 2025 mit rund 13,4 Millionen Tonnen die größte Ernte seit dem Jahr 2000 eingefahren. Dazu trugen die um fast sieben Prozent erweiterte Anbaufläche und hohe Erträge durch günstige Vegetationsbedingungen bei. Das Rekordangebot ließ sich am Markt jedoch nur schwer platzieren. Die Preise brachen im Vorjahresvergleich um 28 Prozent ein. Die Folge war ein Rückgang des Produktionswertes um fast neun Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.
Nach vorläufigen Daten lag die Gemüseernte einschließlich Champignons 2025 mit 3,9 Millionen Tonnen rund ein Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Erzeugerinnen und Erzeuger konnten ihre Ware aber meist nur mit Preisabschlägen verkaufen, die sich im Schnitt auf elf Prozent beliefen. Der Produktionswert ging deshalb um rund zehn Prozent auf 5,0 Milliarden Euro zurück. Besser lief es bei Obst mit einem Zuwachs von gut acht Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem die im Vergleich zum schwachen Vorjahr wieder größere Apfelernte bei, was zudem von höheren Preisen begleitet wurde.
Für die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung 2025 wurden die Mengen- und Preisangaben aus den verschiedenen Erhebungen von Januar bis September oder Oktober 2025 berücksichtigt. Die fehlenden Werte wurden geschätzt. Eine zweite Schätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung erfolgt im März 2026.
Im Produktionswert der Landwirtschaft sind neben Verkäufen pflanzlicher und tierischer Produkte an andere Wirtschaftsbereiche und an andere landwirtschaftliche Einheiten auch der betriebliche Eigenverbrauch, die Vorratsveränderungen, die selbst erstellten Anlagen (Vieh) sowie die auf der landwirtschaftlichen Erzeugerstufe erbrachten Dienstleistungen (zum Beispiel Neuanpflanzungen von Dauerkulturen) enthalten. Nach den Bestimmungen des Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) beinhaltet der Produktionswert auch den innerbetrieblichen Verbrauch von Futtermitteln (Futtergetreide, Silage, Heu) in landwirtschaftlichen Betrieben. Ebenfalls erfasst werden landwirtschaftliche Lohnarbeiten (auch von gewerblichen Lohnunternehmen durchgeführt) sowie nichttrennbare nichtlandwirtschaftliche Nebentätigkeiten (zum Beispiel Ferien auf dem Bauernhof).
Der Produktionswert zu Erzeugerpreisen ergibt sich aus der Bewertung der Produktion mit durchschnittlichen Erzeugerpreisen aller Qualitäten ohne Mehrwertsteuer.
Der Produktionswert zu Herstellungspreisen berücksichtigt darüber hinaus die Produktsteuern und Produktsubventionen. Hierzu zählten bis 2004 im Wesentlichen die Flächenzahlungen und Tierprämien der Agenda 2000. Seit 2005 sind diese EU-Zahlungen von der Produktion entkoppelt und werden als Betriebsprämie ausgezahlt. Im Sinne des ESVG 2010 werden sie als sonstige Subventionen verbucht.