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Ausgaben Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Die Ausgaben in der Landwirtschaft zeigen die Kosten auf, die für die Produktion von landwirtschaftlichen Gütern entstehen. Sie sind somit ein Teil der Vorleistungen. Hier finden Sie Statistiken rund um die Ausgaben für Treib-, Energie- und Schmierstoffe sowie für zugekaufte Futter- und Düngemittel.

Um den möglichen Gewinn einschätzen zu können, muss neben der Umsatzhöhe auch die Höhe der Ausgaben bekannt sein.

Für den landwirtschaftlichen Betrieb als Einzelunternehmen ist deshalb wichtig vor dem Anbau einer Kultur oder dem Einstallen der Tiere zu wissen, in welchem Umfang diese geschehen soll und welche Preise beim Verkauf erzielt werden können. Auch sollten die möglichen Ausgaben durch zugekaufte Futter- und Düngemittel und der eingesetzte Energiebedarf bekannt sein, um den möglichen Gewinn zu bestimmen.

Wie hoch die Ausgaben landwirtschaftlicher Betriebe für zugekaufte Futter- und Düngemittel sowie die Ausgaben für Treib-, Energie- und Schmierstoffe in Deutschland sind, wird in der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet.

Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Futtermittel

2025 lagen die Ausgaben der Landwirtschaft für Futtermittel insgesamt laut der ersten Schätzung bei 9,8 Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer).

Die Ausgaben für Mischfutter nahmen dabei mit 86 Prozent den größten Anteil ein. So wurden circa 2,8 Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer) für Mischfutter für die Schweinefütterung ausgegeben. Für Geflügel waren es 2,5 und für Rinder 1,9 Milliarden Euro.

Die Ausgaben für Einzelfuttermittel lagen im Jahr 2025 bei 1,3 Milliarden Euro. Getreide machte mit 663 Millionen Euro den größten Anteil aus, gefolgt von den Koppelprodukten Ölkuchen und Ölschrote mit 496 Millionen Euro.

Das Futter für unsere Nutztiere setzt sich aus Futterfrüchten und Nebenerzeugnissen wie Zwischenfrüchten, Raufutter, Silomais und Gras (frisch, als Heu und Silage) sowie aus Mischfutter, hofeigenem Getreide und zugekauftem Einzelfuttermittel zusammen.

Viele Futtermittel fallen in der Ernährungswirtschaft als Koppelprodukte, etwa in Getreide- und Ölmühlen, in Brauereien, Zuckerfabriken und in Molkereien an und werden als Einzelfutter in den Verkehr gebracht.

Da bei tierhaltenden Betrieben die Futterkosten neben dem Stallbau den größten Kostenblock ausmachen, sind viele Betriebe bestrebt, einen möglichst großen Anteil der benötigten Futtermittel selbst anzubauen.

Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Düngemittel

Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Düngemittel lagen im Jahr 2025 nach der ersten Schätzung bei rund zwei Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer). Damit waren sie um 8,2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Drei Viertel der zugekauften Düngemittel machte Stickstoff aus. Bei Phosphat, Kali und Düngekalk lagen die Ausgaben entsprechend bei 167, 231 und 98 Millionen Euro.

Zum Wachstum benötigen Pflanzen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Jeder Wachstumszyklus entzieht dem Boden Nährstoffe, da das Erntegut abtransportiert wird. Durch den Einsatz von organischen und mineralischen Düngern fügen die Landwirtinnen und Landwirte dem Boden wieder Nährstoffe hinzu und sichern so langfristig hohe Erträge und erhalten die Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit.

Durch eine Düngung nach guter fachlicher Praxis wird gewährleistet, dass nicht zu viele Nährstoffe auf den Acker ausgebracht werden und diese nicht in Seen, Flüsse und ins Grundwasser gelangen.

Mineraldünger wird aus dem Bergbau oder aus chemischen Produktionsprozessen gewonnen. Organischer Dünger hingegen fällt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Form von Wirtschaftsdünger (Mist und Gülle) an. Des Weiteren kann organischer Dünger durch das Unterpflügen von Zwischenfrüchten wie Klee, Lupinen oder Ölrettich dem Boden zugeführt werden.

Ausgaben der Landwirtschaft für Treib-, Energie- und Schmierstoffe

Bei der Bodenbearbeitung, Saat und der Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln erleichtern Ackerschlepper die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte. Die Energieversorgung von landwirtschaftlichen Maschinen erfolgt fast ausschließlich mit fossilen Kraftstoffen in Form von Diesel. Der Verbrauch dieser Treibstoffe bedeutet Ausgaben, die zu tätigen sind. 2025 lagen die Ausgaben der Landwirtschaft für Brenn- und Treibstoffe bei geschätzt drei Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer).

Auch Strom verursacht in der Landwirtschaft hohe Ausgaben, denn Ställe müssen beispielsweise in der Geflügel- und Schweinehaltung beleuchtet, beheizt und gelüftet werden. Für einige Gartenbaubetriebe fallen hohe Heizkosten an, um ganzjährig von den Konsumenten gewünschte Kulturen anbauen zu können. In der Rinderhaltung hingegen spielt Heizen eine untergeordnete Rolle. Kühe fühlen sich auch bei minus sieben Grad wohl. Hier ist das schnelle Abkühlen der Milch auf vier Grad Celsius entscheidend, um Wachstum von Bakterien zu verhindern und so die Qualität zu erhalten, bis die Frischmilch zu Milch oder anderen Milchprodukten weiterverarbeiten werden kann.

Die Ausgaben für Strom lagen in der Landwirtschaft bei geschätzt 1,1 Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer).

Im Hinblick auf den Klimawandel und die steigenden Preise der Energiestoffe sind Landwirtinnen und Landwirte bemüht ihre Energie effizienter einzusetzen, indem sie beispielsweise alte Heizungsanlagen und hochenergetische Lampen in Ställen austauschen oder sogar selbst Strom in Form von Biogas- und Solaranlagen erzeugen.

 

Darstellung der Ausgaben der Landwirtschaft

Weitere Informationen zur LGR

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