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Landwirtschaft

Schweinehaltung

Das Schwein ist eines der ältesten Nutztiere

Schweinefleisch ist der wichtigste Fleischlieferant Deutschlands und spielt eine entscheidende Rolle in der heimischen Landwirtschaft. Das Schwein wurde schon vor über neun Tausend Jahren als Nutztier domestiziert. Früher wurde es noch in kleinen Höfen gehalten, in denen das Vieh in geringer Stückzahl teilweise mit den Menschen unter einem Dach lebte. Die Schweinehaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings rasant verändert. Heutzutage ist die Schweinehaltung größtenteils in spezialisierten Betrieben mit großen Tierbeständen zu finden. Ausschlaggebend für die Spezialisierung ist, dass die unterschiedlichen Produktionsabschnitte Zucht, Ferkelerzeugung und Mast spezielle Anforderungen und Kenntnisse von den Landwirtinnen und Landwirten fordern.

Welche Bedeutung nimmt die Schweinehaltung in Deutschland ein?

Rund 30 Prozent des Produktionswertes von tierischen Erzeugnissen der deutschen Landwirtschaft geht auf die Schweinehaltung zurück. Nach vorläufigen Angaben der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung liegt der Produktionswert für das Jahr 2021 bei rund 7,5 Milliarden Euro.

Wie viele Schweine leben in Deutschland?

Eine Voraussetzung, um die hohe Nachfrage an Schweineprodukten zu erfüllen, ist ein großer Schweinebestand. Im Jahr 2021 lag der Schweinebestand bei insgesamt 23,8 Millionen Schweinen. Den größten Anteil davon nehmen mit 15,7 Millionen die Mast- und Jungschweine ein.

Die Schweinehaltung ist über das gesamte Bundesgebiet verbreitet. Dennoch gibt es Bundesländer, in denen der Schweinebestand deutlich höher ist. Die mit Abstand meisten Schweine werden in Niedersachsen gehalten. Die Anzahl dieser Nutztiere liegt in diesem Bundesland bei acht Millionen Tieren. Mit fast 6,6 Millionen Schweinen folgt Nordrhein-Westfalen auf dem zweiten Platz. Die wenigsten Schweine werden im Saarland gehalten. Der Schweinebestand in dem kleinen Bundesland liegt bei etwa zwei Tausend.

Wie werden Schweine gehalten?

Für die Schweinehaltung stehen in Deutschland 28,6 Millionen Haltungsplätze zur Verfügung. Bei der Betrachtung der Haltungsverfahren wird deutlich, dass der Spaltenboden das dominierende Haltungsverfahren der Landwirtinnen und Landwirte ist. In den landwirtschaftlichen Betrieben haben 92 Prozent der Haltungsplätze Spaltenböden. Dabei wird in Voll- und Teilspaltenböden unterschieden. In beiden Varianten werden der Kot und Harn durch kleine Schlitze im Boden abgeführt. Mit einem Anteil von 67 Prozent (das entspricht 19 Millionen Haltungsplätzen) ist der Vollspaltenboden das beliebteste Haltungsverfahren in Deutschland.

Betriebe mit Schweinehaltung

Die Zahl der Schweine in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Allerdings geht die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung kontinuierlich zurück. Zwischen 2010 und 2020 hat sich die Zahl der Betriebe um 47 Prozent verringert – eine Messgröße für den Strukturwandel in der Schweinehaltung. Durch den Rückgang der Betriebe mit Schweinehaltung und einem konstanten Schweinebestand erhöhte sich die Zahl der Schweine pro Landwirtin und Landwirt in den letzten zehn Jahren. Hielt ein Betrieb im Jahr 2010 im Schnitt 460 Schweine, so hält er im Jahr 2020 etwa 824 Schweine. Durch die Spezialisierung in der Schweinehaltung geht die Zahl der kleinen Betriebe zurück und Betriebe mit über 1.000 Schweinen werden zum Standard. In Betrieben mit 1.000 bis 2.000 Haltungsplätzen werden 33 Prozent der Schweine in Deutschland gehalten.

Ökologische Schweinehaltung

Die ökologische Schweinehaltung ist bis jetzt eine Nische, die einen positiven Trend zeigt. Im Jahr 2016 gab es 1.517 Betriebe mit 196 Tausend Schweinen. Bis zum Jahr 2020 ist die Zahl auf 1.566 Betriebe mit 212.000 Schweinen gestiegen. Ein Betrieb hält im Durchschnitt 136 Schweine. Die meisten Schweine in ökologischer Haltung sind in den Bundesländern Bayern (35 Tausend), Baden-Württemberg (31 Tausend) und Niedersachsen (30 Tausend) zu finden.

Schweinebestände in den EU-Mitgliedsstaaten

In der EU hat die Schweinehaltung eine große wirtschaftliche Bedeutung. Mit einem Produktionswert von 36 Milliarden Euro ist sie nach der Milchproduktion das tierische Erzeugnis mit dem höchsten Produktionswert. Weitere Daten zur Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung der EU befinden sich hier: LGR der EU.

Insgesamt 1,9 Millionen Betriebe halten Schweine in der EU. Mit etwa 1,3 Millionen Betrieben sind die meisten dabei in Rumänien zu finden. Die Landwirtinnen und Landwirte in Rumänien zählen mit 99 Prozent zu den kleinen Betrieben, die unter zehn Schweine halten. Bei den großen Betrieben mit über 200 Schweinen, befinden sich mit 21.000 Höfen die meisten in Deutschland. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Deutschland die meisten Schweine in der EU hält und der größte Produzent von Schweinefleisch ist. Auf dem zweiten Platz folgt Spanien mit 24,9 Millionen Schweinen.

Visualisierte Auswertung der Schweinehaltung und Bestandsklassen

Anmerkungen

Die Angaben zur Viehhaltung stammen aus den nach dem Agrar­statistikgesetz repräsentativ oder allgemein (total) durchgeführten Viehbestandserhebungen. Neben der Veröffentlichung der Ergebnisse für die einzelnen Tierarten nach Kategorien wird die im Rahmen der Land­wirt­schafts­zählung/ Agrarstrukturerhebung vorgenommene Auswertung nach Betriebs- und Bestands­größen­klassen für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel insgesamt sowie für einzelne Kategorien dargestellt. Die Begriffe "Rinder" und "Schweine" schließen jeweils alle Kategorien ein, d. h. bei Rindern auch Kälber, Kühe und Bullen, bei Schweinen auch Ferkel, Zuchtsauen und Eber.

Seit Mai 1999 wurde die allgemeine Erhebung in den Jahren 2001, 2003 und 2007 durchgeführt, Anfang Mai für Rinder, Schweine, Schafe, Pferde und Geflügel; in den anderen Jahren wurden Anfang Mai Rinder, Schweine und Schafe repräsentativ erhoben. Im November jeden Jahres werden Rinder und Schweine erhoben. Die Angaben zu den Rinderbeständen sowie zur Zahl der Rinderhalter werden seit Mai 2008 der HIT-Rinderdatenbank entnommen und sind mit denen aus vorhergehenden Zeiträumen nur bedingt vergleichbar. Seit 2009 werden die Kälber und Jungrinder gemäß EU-Verordnung 1165/2008 neu abgegrenzt. Eine Vergleichbarkeit ist nur mit der Position "Kälber und Jungrinder bis 1 Jahr gesamt" gegeben.

Seit 2010 werden die Bestände an Geflügel und Einhufern nur noch im Rahmen der dreijährlich stattfindenden Agrarstrukturerhebungen erfasst. Die Schweinebestände werden im Mai und im November in einer besonderen Stichprobenerhebung ermittelt, in der Betriebe mit mindestens 50 Schweinen oder 10 Zuchtsauen einbezogen sind, um insbesondere die kleineren Betriebe zu entlasten. Daher sind die Schweinebestände zu den Vorerhebungen nur begrenzt vergleichbar; die Betriebszahlen sind nicht vergleichbar. Die Schafbestände wurden 2010 im Rahmen der Landwirtschaftszählung erhoben und werden seit 2011 im Rahmen der Viehbestandserhebung im November repräsentativ ermittelt.