Springe zum Hauptinhalt der Seite

Ernährung, Fischerei

Getreide

Versorgungsbilanzen zu Getreide

Auf gut einem Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland wächst Getreide. Mehr als jeden neunten Euro erwirtschaften die deutschen Landwirtinnen und Landwirte mit dem Getreideanbau. Laut Landwirtschaftlicher Gesamtrechnung liegt der Produktionswert von Getreide im Jahr 2021 bei rund 9,1 Milliarden Euro.

Was wird angebaut?

Weizen ist das mit Abstand am häufigsten angebaute Getreide in Deutschland. Auf Rang zwei folgt die Gerste, die insbesondere als Viehfutter, aber auch als Braugerste verwendet wird. Von der Menge her an dritter Stelle steht der Mais, der sowohl verfüttert wird als auch zur Erzeugung von Biogas genutzt wird. In der deutschen Brotkultur nimmt der Roggen eine bedeutende Stellung ein. Auch fast vergessene Getreidearten wie Dinkel, Emmer und Einkorn erleben vornehmlich im ökologischen Landbau eine kleine Renaissance. Der Anbau des Hafers hat über zehn Jahre hinweg stetig abgenommen, allerdings im Wirtschaftsjahr 2020/2021 zugenommen.

Wofür wird Getreide in Deutschland verwendet?

Auch wenn viele Menschen mit Getreide Brot und Nudeln verbinden, so umfasst Getreide u.a. mit Mais (für Tierfutter, Bioenergie, Stärke), Gerste (Malz für Bier, Tierfutter), Weizen (Backgetreide, Tierfutter, Stärke) und weiteren Arten wie Roggen und Hafer ein breites Verwendungsspektrum. Dabei ergänzt Getreide im Tierfutter die Reststoffe und Nebenprodukte aus der Lebensmittelproduktion und verringert damit Abfälle.

Ein Fünftel des verfügbaren Getreides wird für den direkten menschlichen Verzehr genutzt. Indirekt dient es dem menschlichen Verzehr, in dem es für die Tierfütterung eingesetzt wird. Dabei kann auch Getreide verfüttert werden, das zwar für die menschliche Ernährung gedacht war, aber aufgrund von Witterung und Erntezeitpunkt nicht mehr den Anforderungen der Mühlen genügt. Je nach Getreideart werden zwischen 42 Prozent (Weichweizen, Hafer) und 83 Prozent (Mais) verfüttert. Insgesamt werden etwa 58 Prozent des verfügbaren Getreides als Futter genutzt. Daneben dient Getreide auch zu 16 Prozent als nachwachsender Rohstoff für die Energieerzeugung und für die (Stärke-)Industrie.

Getreide für den menschlichen Verzehr, insbesondere Weizen, braucht sehr gute Böden, so dass nicht auf allen Flächen Backgetreidequalität erzeugt werden kann. Weizen kann auch nicht jedes Jahr auf der gleichen Fläche angebaut werden, so dass andere Getreidearten eine gute Erweiterung der Fruchtfolge sind. Futtergetreide wie Gerste hingegen ist weniger anspruchsvoll und so können die sehr guten klimatischen Bedingungen in Deutschland genutzt werden, um den Bedarf an Futtergetreide zu decken.

Visualisierung der Versorgungsbilanz Getreide