Inlandsverwendung von Ölsaaten im Wirtschaftsjahr 2018/19 sinkt geringfügig bei erneut fallender Inlandserzeugung

Das Erntejahr 2018 stand im Zeichen der besonderen Wetterlage, d.h. hohe Temperaturen und wenig Niederschläge. Dies hatte sowohl in Deutschland, als auch in anderen europäischen Ländern gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung der Pflanzenbestände im Ölsaatenbereich, aber auch auf die neue Aussaat der Ernte 2019. Während Sonnenblumen und Sojabohnen in Europa kaum Rückgänge in der Erzeugung zu verzeichnen hatten, litt Raps besonders unter den ungünstigen Bedingungen. In Deutschland ist der Abwärtstrend der Rapserzeugung jedoch schon seit 2015 zu beobachten und wird aller Voraussicht nach auch für das kommende Jahr weitergeführt. Das Wetter stellt in diesem Zusammenhang nur eine von mehreren Ursachen dar. Weitere Herausforderungen sind neue und alte Schädlinge, ein Wegfall von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und sich durchsetzende Fruchtfolgekrankheiten. Ackerbauliche und biologische Maßnahmen werden in Zukunft vermehrt an Bedeutung gewinnen müssen.

Nichtdestotrotz bleibt Raps in Deutschland bei weitem die wichtigste Ölsaat. Eine etwas geringere Anbaufläche und ein gesunkener Hektarertrag waren allerdings Gründe dafür, dass die Rapserzeugung zum vierten Mal in Folge sank. Die Rapseinfuhren haben zwar im Vergleich zu 2017 leicht nachgegeben, sind aber seit 2014 deutlich gestiegen. Nachdem die Verarbeitungsmenge von Rapssaat und somit Herstellungsmenge von Rapsöl im Jahr 2016 zum ersten Mal seit über zehn Jahren abgenommen hat, setzte sich dieser Trend sowohl 2017, als auch 2018 fort. Dies lag neben dem geringeren inländischen Angebot an Raps am schwächelnden heimischen Markt für Rapsöl, dessen Absatz sich aufgrund von geänderten Rahmenbedingungen für die Biodieselherstellung verringerte. Der Rapspreis ist trotz der niedrigsten Erzeugung seit 15 Jahren auf einem verhältnismäßig geringen Niveau. Der Rapsölpreis hat sich 2018 gut entwickelt und dabei vom Verlauf des Palmölpreises entkoppelt, welcher so günstig war wie seit zehn Jahren nicht mehr. Neben Rapssaat sind Sojabohnen mengenmäßig die zweitwichtigste Ölsaat bei der Verarbeitung in deutschen Ölmühlen.

Die Rolle des Sojaanbaus gewinnt in Deutschland und Europa weiter an Bedeutung. Deren Erzeugung liegt in Deutschland seit 2015 über der von Sonnenblumen, obwohl diese seit 2017 leichten Aufwind erhält. Die Selbstversorgungsgrade (SVG) für Ölsaaten, Öle und Fette sowie Ölkuchen und -schrote sind aufgrund der geringen Rapsernten von 2015 bis 2018 weiter gefallen.

Auch in der EU spielt Raps, gefolgt von Sonnenblumen und Soja, wenn auch nicht so dominant wie in Deutschland, die entscheidende Rolle. Deutschland und Frankreich sind sowohl Haupterzeugerländer von Raps, als auch führend bei der Herstellung von Rapsöl.

Weltweit ist Soja die mit Abstand marktbeherrschende Ölsaat. Deren Erzeugung hat sich in den vergangenen Jahren fast linear erhöht und liefert 70 % der hergestellten Ölnebenerzeugnisse. USA und Brasilien erzeugen zusammen knapp 70 % der weltweit angebauten Sojabohnen. Bei der Herstellung von Sojaöl drängt China immer stärker auf den Markt und hat schon jetzt den größten Marktanteil. Die Ölpalme liefert bei einer vergleichsweise geringen Anbaufläche die Rohstoffe, für die weltweit höchste Herstellungsmenge an Öl. Auch deren Anbau erhöht sich kontinuierlich.

SJT-4080100-0000.xlsx  Versorgung mit Ölsaaten

 Quelle: BLE (413)

Ölsaaten

Die wirtschaftlich wichtigsten Ölsaaten weltweit sind Sojabohne und Raps. Sie dienen als Futtermittel in der Tierernährung und decken den Eiweißbedarf der Tiere. In Deutschland ist Winterraps die wichtigste Ölsaat. Körnersonnenblumen haben an Bedeutung verloren, der Sojaanbau in Deutschland gewinnt hingegen.