Versorgung mit Fleisch und Geflügelfleisch

Fleischbilanz 2020 vorläufig

Nach vorläufigen Zahlen ist der Außenhandel mit lebenden Tieren 2020 rückläufig

Im Jahr 2020 betrug die Nettoerzeugung (Schlachtmenge) von Fleisch in Deutschland etwa 8,5 Millionen Tonnen Schlachtgewicht (SG). Damit ist die Nettoerzeugung 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 % zurückgegangen. Während die Nettoerzeugung von Schweinefleisch, Rind- und Kalbfleisch rückläufig war, stieg hingegen die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch sowie Geflügelfleisch.

Der Import lebender Tiere (653.000 Tonnen SG) war 2020 – wie in allen Jahren seit 2003 ‑ höher als der Export lebender Tiere (453.000 Tonnen SG). Somit betrug der Importüberschuss über alle lebenden Tiere zur Fleischerzeugung rund 200.000 Tonnen SG. Ein großer Teil dieses Importüberschusses ist dabei auf den Importüberschuss lebender Schweine zurückzuführen. Insgesamt nahm das Außenhandelsvolumen mit lebenden Tieren 2020 ab: Im Vergleich zum Jahr 2019 wurden (bezogen auf das SG) etwa 14,8 % weniger lebende Tiere importiert und 11 % weniger lebende Tiere exportiert.

Auch der Außenhandel mit Fleisch, Fleischwaren und Konserven ist im Vergleich zu 2019 rückläufig: 2020 wurden etwa 7,8 % weniger Fleisch, Fleischwaren und Konserven importiert und 6,5 % weniger exportiert. Dabei waren 2020 die Ausfuhren (4 Millionen Tonnen SG) höher als die Einfuhren (2,6 Millionen Tonnen SG).

Die zum Verbrauch verfügbare Menge an Fleisch sank 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 %. Dabei lag der berechnete Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch bei 84,5 kg/Kopf. Der geschätzte Pro-Kopf-Verzehr lag 2020 bei 57,3 kg/Kopf und lag somit um 1,3% unter dem Wert des Vorjahres. Verbrauch und Verzehr sind Residualgrößen der Berechnung und beinhalten notwendigerweise alle Ungenauigkeiten der vorangehenden Grundgrößen. Schwankungen zwischen dan Jahren dürfen nicht überraschen, Verbrauch und Verzehr sollten immer aus dem Verlauf der letzten Jahre interpretiert werden. Die Erhebung des Fleischverzehrs erfolgt in der nationalen Verzehrsstudie. Die jährliche Ableitung aus der Versorgungsbilanz ist nur eine Hilfsgröße. Bei der Ableitung des Verzehrs aus der Produktion kann immer von einer Überschätzung des berechneten Verzehrs ausgegangen werden.

Der Selbstversorgungsgrad – (das ist der Quotient aus Bruttoeigenerzeugung und Verbrauch) mit Fleisch ist mit 117,7 % im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 % leicht gestiegen.

Quelle: BLE (414)

Geflügelbilanz 2020 vorläufig

Export an Lebendgeflügel 2020 rückläufig

Die Nettoerzeugung von Geflügelfleisch (Geflügelschlachtungen) betrug im Jahr 2020 rund 1,61 Millionen Tonnen Schlachtgewicht (SG) und ist damit um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Bruttoeigenerzeugung verzeichnete 2020 aufgrund des rückläufigen Exportüberschusses bei lebenden Tieren einen Rückgang von 1,3 % im Vergleich zum Vorjahr und betrug ca. 1,8 Millionen Tonnen SG.

Währen im Jahr 2020 nach vorläufigen Angaben der Import von lebendem Geflügel im Vergleich zum Vorjahr leicht stieg (161.000 Tonnen SG; +1,5 %), erlitt der Export einen deutlichen Rückgang (326.000 Tonnen SG; -13,1 %). Insgesamt wurden 165.000 Tonnen SG mehr lebendes Geflügel exportiert als importiert.

Beim Außenhandel mit Geflügelfleisch wurde auch 2020 wie in den Vorjahren mehr importiert (944.000 Tonnen SG) als exportiert (728.000 Tonnen SG). Dabei nahmen sowohl die Menge an importiertem (-3,2%) als auch die an exportiertem (-3,9 %) Geflügelfleisch im Vergleich zum Jahr 2019 ab.

Der Verbrauch von Geflügelfleisch ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 % leicht gestiegen und lag 2020 bei 1,93 Millionen Tonnen SG. Der Pro-Kopf-Verbrauch zeigte ebenfalls ein geringes Plus von rund 0,3 kg/Kopf und lag insgesamt bei 22,3 kg/Kopf.

Der Selbstversorgungsgrad, das heißt der Quotient aus Bruttoeigenerzeugung und Verbrauch, für Geflügelfleisch lag 2020 nach vorläufigen Zahlen bei 97,2 % und sank damit seit 2009 in drei aufeinander folgenden Jahren unter die 100 %-Marke.

Quelle: BLE (414)