Herstellungsmenge und Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch 2018 weiter gesunken

Nach den aktuell vorliegenden Daten der vorläufigen Versorgungsbilanz wurden in Deutschland im Jahr 2018 4,66 Millionen Tonnen Konsummilch hergestellt. Dies sind 3,2 % weniger als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Gesamtherstellungsmenge entfiel auf Vollmilch (2,44 Millionen Tonnen) und rund 40 % (1,90 Millionen Tonnen) auf teilentrahmte Milch. Während die Einfuhrmenge der Konsummilch (228 Tsd. Tonnen) gegenüber dem Vorjahr leicht anstieg, ist bei den Ausfuhren (697 Tsd. Tonnen) ein Rückgang um 3,9 % zu verzeichnen gewesen.

Im Inland wurden 2018 insgesamt rund 4,20 Millionen Tonnen Konsummilch verbraucht. Dies entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von 50,6 kg, etwas mehr als 3 % unter dem Vorjahreswert. Der Selbstversorgungsgrad in Höhe von 111,2 % ist gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben.

Verwendung von Butter zur Herstellung von Schmelzkäse erheblich gestiegen

Gegenüber dem Vorjahr hat die Herstellung von Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen (um 2,6 %) im dritten Jahr in Folge abgenommen (2018: 484 Tsd. Tonnen; 2017: 497 Tsd. Tonnen in Butterwert). Den höchsten Anteil an der Gesamtherstellungsmenge hat mit 318 Tsd. Tonnen (Butterwert) weiterhin die mildgesäuerte Markenbutter. Die Verwendung von Butter zur Schmelzkäseherstellung (7.200 Tonnen) hat in 2018 im Vergleich zum Vorjahr mit gut 26 % einen deutlichen Anstieg erfahren.

Mit einer Gesamtmenge von 173 Tsd. Tonnen wurden 2018 2,3 % mehr Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse als im Vorjahr eingeführt. Auch die Ausfuhrmenge erfuhr einen leichten Anstieg um 0,7 % auf etwas mehr als 153 Tsd. Tonnen (Butterwert).

Insgesamt lag der heimische Verbrauch im Jahr 2018 mit fast 484 Tsd. Tonnen Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen (Butterwert) um 2,6 % unter dem Vorjahreswert. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 5,84 kg (Butterwert) setzt sich die Abnahme des Verbrauchs je Kopf der Bevölkerung (2,8 % weniger als im Vorjahr) fort. Der Selbstversorgungsgrad ist mit 100 % im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben.

Käseherstellung insgesamt leicht gestiegen bei kräftigem Zuwachs der Produktion von Schmelzkäse und Pasta filata Käse

2018 wurden insgesamt etwa 2,52 Millionen Tonnen Käse hergestellt. Dies entspricht einem Anstieg zum Vorjahr um 1,8 %. Während sich die Gesamteinfuhrmenge von Käseerzeugnissen (819 Tsd. Tonnen) nahezu auf Vorjahresniveau bewegte, konnte beim Export ein Anstieg um 2,5 % auf 1,24 Millionen Tonnen verzeichnet werden. Bei einem Pro-Kopf-Käse-Verbrauch von 24,2 kg im Jahr 2018 ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um rund 0,9 % feststellbar. Der Selbstversorgungsgrad stieg im gleichen Zeitraum um 0,6 % auf etwa 126 % an.

Bei den einzelnen Käseproduktgruppen sind 2018 unterschiedliche Entwicklungen zu verzeichnen. Mengenmäßig gehören nach wie vor der Frischkäse sowie Schnittkäse und halbfester Schnittkäse zu den beiden wichtigsten Käsegruppen mit einem Anteil von jeweils 30 % an der gesamten Käseherstellung. Während jedoch in diesen Segmenten die Produktion nahezu stagnierte, stieg die Herstellungsmenge von Pasta filata Käse sowie Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen um 5,1 % bzw. 5,6 % gegenüber 2017 an. Bei Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen ist hierbei ein verstärkter Auslandabsatz von etwas mehr als 11% gegenüber Vorjahr feststellbar. Bei Pasta filata Käse stieg der Inlandabsatz um 4,0 % und der Pro-Kopf-Verbrauch nahm mit fast 3,4 kg im Vergleich zu 2017 um 3,7 % zu.

Positive Entwicklung bei Ausfuhr und Inlandverbrauch von Trockenmilcherzeugnissen und starker Rückgang beim Pro-Kopf-Verbrauch von Kondensmilcherzeugnissen

Die Herstellungsmenge von Trockenmilcherzeugnissen ist 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % auf 730 Tsd. Tonnen angestiegen. In den Export gelangten fast 667 Tsd. Tonnen, importiert wurden 324 Tsd. Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg der Exporte um 6,9 % und der Einfuhren um 0,7 %. Die im Inland verfügbare Verbrauchsmenge ist um 9,4 % gestiegen. Um etwas mehr als 9 % nahm der Pro-Kopf-Verbrauch auf 5,4 kg zu. Der Selbstversorgungsgrad sank im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 % auf 163 %.

Bei den Produktgruppen Sahne-, Vollmilchpulver und teilentrahmtes Milchpulver sowie der sonstigen Milcherzeugnisse in Pulverform stieg die Herstellungsmenge um 6,3 % bzw. 18,9 % gegenüber dem Vorjahr an. Mit mehr als 143 bzw. 144 Tsd. Tonnen machte dies jeweils einen Anteil von rund 20 %. an der Gesamtproduktion von Trockenmilcherzeugnissen aus.

Die Produktionsmenge von Magermilchpulver betrug 2018 nahezu 420 Tsd. Tonnen, dies sind 2,5 % weniger als im Vorjahr. Die Lagerbestände wurden in größerem Umfang (mehr als 55 Tsd. Tonnen) abgebaut. Sowohl bei den Ausfuhren (426 Tsd. Tonnen) als auch beim Inlandabsatz (fast 112 Tsd. Tonnen) war mit 6,8 % bzw. 9,8 % eine deutliche Steigerung zum Jahr 2017 zu verzeichnen.

Bei den Kondensmilcherzeugnissen setzte sich 2018 der langjährige Trend rückläufiger Herstellungsmengen und Inlandsverbräuche fort. Die Herstellungsmenge von knapp 333 Tsd. Tonnen lag 10,7 % und der Pro-Kopf-Verbrauch mit nur noch 0,81 kg sogar 30,8 % unter dem Vorjahreswert. Importiert wurden mit fast 60 Tsd. Tonnen rund 24 % mehr als 2017. Mit einer Exportgesamtmenge von mehr als 324 Tsd. Tonnen ist die Produktgruppe der Kondensmilcherzeugnisse im Wesentlichen für den Auslandsabsatz bestimmt.

Anmerkung: 2018 vorläufig, Quelle: BLE (413), 26. März 2018

Versorgungsbilanz Frischmilcherzeugnisse

Versorgungsbilanz Butter

Versorgungsbilanz Käse

Versorgungsbilanz Dauermicherzeugnisse

Versorgungsbilanzen von Milch und Milcherzeugnissen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft