Konsummilch: Herstellungsmenge und Verbrauch pro Kopf 2020 leicht angestiegen

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 32,6 Millionen Tonnen Kuhmilch an die milchwirtschaftlichen Unternehmen geliefert, darunter 31,8 Millionen Tonnen von inländischen Erzeugern.

Daraus wurden unter anderem rund 4,6 Millionen Tonnen Konsummilch hergestellt (Konsummilch: Vollmilch, Teilentrahmte und Entrahmte Milch sowie Sonstige Konsummilch einschließlich Vorzugsmilch). Dieses ist eine Steigerung zum Vorjahr um 0,8 %. Mehr als die Hälfte der Gesamtherstellungsmenge entfiel auf Vollmilch (54,3 %), ein weiterer großer Anteil auf Teilentrahmte Milch (37,5 %). Dabei wurde gleichzeitig mehr Vollmilch und weniger Teilentrahmte Milch als im Vorjahr hergestellt.

2020 wurden 710,4 Tausend Tonnen Konsummilch exportiert und 225,4 Tausend Tonnen importiert. Die Einfuhren (+ 1,0 %) und die Ausfuhren (+ 0,8 %) von Konsummilch sind gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen.

4,2 Millionen Tonnen Konsummilch waren 2020 zum Verbrauch verfügbar. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 49,9 kg und damit leicht höher als im Vorjahr (+ 0,8 %). Der Selbstversorgungsgrad Deutschlands von 112 % ist gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben.

Herstellung und Verbrauch von Butter im Vorjahresvergleich angestiegen

Gegenüber dem Vorjahr hat die Herstellung von Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen im Jahr 2020 um 9,4 Tausend Tonnen auf 506,5 Tausend Tonnen (Angaben in Butterwert) zugenommen. Die Erzeugung liegt damit in den letzten Jahren, bei gewissen Schwankungen, auf einem Niveau von etwa 500 Tausend Tonnen. Mit 63,2 % den höchsten Anteil an der Gesamtherstellungsmenge hat weiterhin mildgesäuerte Markenbutter (320,2 Tausend Tonnen).

2020 wurden mit einer Gesamtmenge von 195,7 Tausend Tonnen mehr Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse als im Vorjahr eingeführt (+ 25,2 Tausend Tonnen). Dagegen sanken die Ausfuhren leicht auf 162,2 Tausend Tonnen.

Die zum Verbrauch verfügbare Menge lag im Jahr 2020 mit 523,6 Tausend Tonnen Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen um 8,2 % über dem Vorjahreswert. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 6,3 kg erhöhte sich der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr.

Die Bestände in der Privaten Lagerhaltung waren am Jahresende 2020 vollständig abgebaut.

Käseherstellung insgesamt gestiegen, größere Aus- als Einfuhren

2020 wurden insgesamt 2,64 Millionen Tonnen Käse hergestellt (Käse insgesamt: Hartkäse, Schnitt- und halbfester Schnittkäse, Weich- und Frischkäse, Pasta filata Käse, Sauermilch-, Koch- und Molkenkäse, Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen). Dies entspricht einem Anstieg um 60,7 Tsd. Tonnen im Vergleich zum Vorjahr und bedeutet eine Fortsetzung des langfristigen Wachstums der Käseherstellung.

Bei allen Käseproduktgruppen sind 2020 die Herstellungsmengen angestiegen, außer bei Sauermilch-, Koch- und Molkenkäse. Mit einem Anteil von jeweils mehr als 30 % an der gesamten Käseherstellung gehören die Gruppen Frischkäse sowie Schnittkäse und halbfester Schnittkäse weiterhin zu den Wichtigsten. Die Herstellungsmenge von Pasta filata Käse ist mit einem Anstieg von 23,7 Tausend Tonnen gegenüber 2019 auf 424,8 Tausend Tonnen am stärksten angewachsen.

Sowohl bei den Importen von Käseerzeugnissen (900,1 Tausend Tonnen; + 3,5 %) als auch bei den Exporten (1 314,2 Tausend Tonnen; + 3,0 %) konnten gegenüber dem Vorjahr Zuwächse verzeichnet werden. Damit setzte sich die Tendenz eines steigenden Außenhandels fort. 2020 lagen die Ausfuhrmengen etwa beim 1,5-fachen der Einfuhren.

Der Verbrauch pro Kopf ist im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % auf 25,4 kg angestiegen. Der Selbstversorgungsgrad stieg im gleichen Zeitraum auf 125 % an.

2020 wurde in Deutschland auch Käse zeitweise in weniger bedeutenden Mengen in der Privaten Lagerhaltung bevorratet. Zum Ende des Jahres befanden sich keine Bestände mehr im Lager.

Herstellung und Ausfuhr von Magermilchpulver 2020 weiter auf hohem Niveau

Die Herstellungsmenge von Trockenmilcherzeugnissen ist 2020 gegenüber dem Vorjahr um 16,3 Tausend Tonnen auf 723,9 Tausend Tonnen angestiegen (Trockenmilcherzeugnisse: Magermilch- Sahne,- Vollmilch- und Buttermilchpulver, Teilentrahmtes Milchpulver und Sonstige Trockenmilcherzeugnisse ohne Zusätze sowie Sonstige Trockenmilcherzeugnisse in Pulverform, denen vor der Trocknung Zusätze beigegeben wurden, für Nahrungs- und Futterzwecke). Magermilchpulver konnte die meisten Zugewinne verbuchen (+ 22,6 Tausend Tonnen).

In den Export gelangten mit 642,7 Tausend Tonnen Trockenmilcherzeugnissen deutlich mehr als importiert wurden (296,4 Tausend Tonnen).

2020 waren 374,7 Tausend Tonnen Trockenmilcherzeugnisse verfügbar zum Verbrauch. Das entspricht 4,5 kg pro Kopf. Der Selbstversorgungsgrad stieg auf 193 %.

Die Herstellung von Magermilchpulver hatte 2020 mit 415,4 Tausend Tonnen einen Anteil von 57,4 % an der gesamten Herstellung von Trockenmilcherzeugnissen. Die Herstellung ist um 5,8 % gegenüber 2019 gestiegen.

2020 wurde fast sechsmal mehr Magermilchpulver ausgeführt als eingeführt (Ausfuhr: 404,7 Tausend Tonnen; Einfuhr: 67,5 Tausend Tonnen). Die Ausfuhr von Magermilchpulver war 2020 fast so groß wie die gesamte Herstellung in Deutschland. Das verdeutlicht die enorme Bedeutung der Herstellung und des Handels dieses Produkts für die deutsche Milchwirtschaft. Der Selbstversorgungsgrad bei Magermilchpulver stieg in Deutschland auf ein überaus hohes Niveau von 567 %.

Die 2020 in der Privaten Lagerhaltung eingelagerten Bestände von Magermilchpulver wurden im Jahresverlauf wieder abgebaut.

Anmerkung: Daten 2020 vorläufig, Quelle: BLE 513, 13. April 2021