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Ernährung, Fischerei

Milch und Milcherzeugnisse

Versorgung von Milch und Milcherzeugnissen

Konsummilch: Herstellungsmenge und Verbrauch pro Kopf 2021 leicht gesunken

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland knapp 32,0 Millionen Tonnen Kuhmilch an die milchwirtschaftlichen Unternehmen geliefert, darunter 31,2 Millionen Tonnen von inländischen Erzeugern.

Daraus wurden unter anderem rund 4,4 Millionen Tonnen Konsummilch hergestellt (Konsummilch: Vollmilch, teilentrahmte und entrahmte Milch sowie sonstige Konsummilch einschließlich Vorzugsmilch). Dieses ist eine Verringerung zum Vorjahr um 4,1 Prozent. Mehr als die Hälfte der Gesamtherstellungsmenge entfiel auf Vollmilch (55,8 %), ein weiterer großer Anteil auf teilentrahmte Milch (36,3 %). Während die Herstellung von Vollmilch lediglich einen geringen Rückgang von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen hat, sank die Herstellung teilentrahmter Milch um 7,1 Prozent. Hier zeigt sich der Trend zu fetthaltigeren Produkten.

2021 wurden 692.700 Tonnen Konsummilch exportiert und 219.100 Tonnen importiert. Die Einfuhren (+ 2,0 %) sind im Gegensatz zu den Ausfuhren (- 0,1 %) von Konsummilch gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen.

Knapp 4 Millionen Tonnen Konsummilch waren 2021 zum Verbrauch verfügbar ohne Berücksichtigung der Milch im Erzeugerhaushalt. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 47,8 kg und damit niedriger als im Vorjahr (- 4,4 %). Das könnte an dem verstärkten Konsum von Milchersatzprodukten liegen. Diese erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Der Selbstversorgungsgrad der Bundesrepublik Deutschland an Konsummilch hat sich mit 111,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr kaum verändert.

Herstellung und Verbrauch von Butter im Vorjahresvergleich gesunken

Gegenüber dem Vorjahr hat die Herstellung von Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen im Jahr 2021 von 506.400 Tonnen auf 471.100 Tonnen (Angaben in Butterwert), das heißt um 7 Prozent abgenommen, was sich auch in den stark gestiegenen Butterpreisen niederschlug. Mit 69,6 Prozent den höchsten Anteil an der Gesamtherstellungsmenge hat weiterhin mildgesäuerte Markenbutter (277.200 Tonnen). Sie hat auch den höchsten Rückgang mit 13,5 Prozent zu verzeichnen. In einem ähnlichen Ausmaß (13,1 %) haben die Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse im gleichen Zeitraum auf 72.900 Tonnen zugenommen, allerdings auf einem wesentlich geringeren Niveau.

2021 wurden mit einer Gesamtmenge von 208.900 Tonnen mehr Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnisse als im Vorjahr eingeführt (+ 5,9 %). Dagegen sanken die Ausfuhren leicht (- 0,7 %) auf 158.700 Tonnen.

Die zum Verbrauch verfügbare Menge lag im Jahr 2021 mit 510.100 Tonnen Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen um 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 6,1 kg sank der Verbrauch ebenfalls um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Selbstversorgungsgrad ist ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf 92,4 Prozent gesunken.

Käseherstellung insgesamt gestiegen, größere Aus- als Einfuhren

2021 wurden insgesamt 2,67 Millionen Tonnen Käse hergestellt (Käse insgesamt: Hartkäse, Schnitt- und halbfester Schnittkäse, Weich- und Frischkäse, Pasta filata Käse, Sauermilch-, Koch- und Molkenkäse, Schmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen). Dies entspricht einem Anstieg um 25.900 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr und bedeutet eine Fortsetzung des langfristigen Wachstums der Käseherstellung.

Bei fast allen Käseproduktgruppen sind 2021 die Herstellungsmengen angestiegen, außer bei Sauermilch-, Koch- und Molkenkäse, Frischkäse und Hartkäse. Mit einem Anteil von jeweils mehr als 30 Prozent an der gesamten Käseherstellung gehören die Gruppen Frischkäse sowie Schnittkäse und halbfester Schnittkäse weiterhin zu den Wichtigsten. Die Herstellungsmenge von Pasta filata Käse ist mit einem Anstieg von 21.900 Tonnen gegenüber 2020 auf 446.700Tonnen am stärksten angewachsen.

Sowohl bei den Importen von Käseerzeugnissen (906.700 Tonnen; + 1,4 %) als auch bei den Exporten (1.360.100 Tonnen; + 3,2 %) konnten gegenüber dem Vorjahr Zuwächse verzeichnet werden. Damit setzte sich die Tendenz eines steigenden Außenhandels fort. 2021 lagen die Ausfuhrmengen etwa beim 1,5-fachen der Einfuhren.

Der Verbrauch pro Kopf ist im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr mit 25,3 kg nahezu konstant geblieben. Der Selbstversorgungsgrad stieg im gleichen Zeitraum leicht auf 126,7 Prozent an.

Herstellung und Ausfuhr von Magermilchpulver 2021 gesunken

Die Herstellungsmenge von Trockenmilcherzeugnissen ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um knapp 59.000 Tonnen auf 666.400 Tonnen gesunken (Trockenmilcherzeugnisse: Magermilch- Sahne,- Vollmilch- und Buttermilchpulver, teilentrahmtes Milchpulver und sonstige Trockenmilcherzeugnisse ohne Zusätze sowie sonstige Trockenmilcherzeugnisse in Pulverform, denen vor der Trocknung Zusätze beigegeben wurden, für Nahrungs- und Futterzwecke).
 
In den Export gelangten mit 596.200 Tonnen (- 1 %) Trockenmilcherzeugnissen deutlich mehr als importiert wurden (308.800 Tonnen, + 4,5 %).

2021 waren 391.900 Tonnen Trockenmilcherzeugnisse verfügbar zum Verbrauch. Das entspricht 4,7 kg pro Kopf. Der Selbstversorgungsgrad sank auf 170 Prozent.

Die Herstellung von Magermilchpulver hatte 2021 mit 352.800 Tonnen einen Anteil von knapp 53 Prozent an der gesamten Herstellung von Trockenmilcherzeugnissen. Die Herstellung ist mit 15,3 Prozent stark gegenüber 2020 gesunken.

2021 wurde fast sechsmal mehr Magermilchpulver ausgeführt als eingeführt (Ausfuhr: 355.700 Tonnen; Einfuhr: 64.300 Tonnen). Ein Bestandsabbau um 10.300 Tonnen ermöglichte, dass die Ausfuhr von Magermilchpulver 2021 die Herstellung in Deutschland überstieg.

Der Selbstversorgungsgrad bei Magermilchpulver stieg in Deutschland um knapp 32 Prozent auf ein überaus hohes Niveau von 492,1 Prozent.

Anmerkung: Daten 2021 vorläufig, Quelle: BLE 415, 11. April 2022

Visualisierung der Versorgungsbilanz Versorgung mit Konsummilch und Milcherzeugnisse