Kartoffelernte 2018/19: Trend hin zu Kartoffelerzeugnissen setzt sich fort

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2017/18v wurden in Deutschland 11,72 Mio. t Kartoffeln erzeugt. Die Folgeernte fiel 2018 auf Grund witterungsbedingter Schwierigkeiten, geprägt durch anhaltende Trockenheit besonders ab Mai bis zur Ernte mit 8,92 Mio. t wesentlich niedriger aus. Die leichte Ausdehnung der Anbaufläche um 1.700 ha konnte die großen Ertragseinbußen nicht kompensieren. Im Wirtschaftsjahr 2017/18v wird der inländische Bedarf zu mehr als 100 % aus heimischer Erzeugung gedeckt. Der Selbstversorgungsgrad an Kartoffeln lag bei 136,9 %.

Die Hauptanbaugebiete von Kartoffeln beschränkten sich auf Regionen in Nord- und Westdeutschland sowie den Südosten Deutschlands. Die wichtigsten Anbauregionen sind weiterhin in Niedersachsen mit einem Anteil an der deutschen Kartoffelerzeugung von 44,9 %. Auf Grund des hohen Anteils an beregneten Kartoffelflächen ist dort die Ertragslage am stabilsten. Beim Kartoffelanbau überwiegt die konventionelle Erzeugung. Geschätzt stammen weniger als 2 % der Erntemenge aus ökologischem Anbau.

In den Hauptanbaugebieten Deutschlands sind Verarbeitungsindustrien angesiedelt, was letztendlich auch kurze Transportstrecken für Industrie- und regionale Speiseware bedeutet. Große Mengen an Speisefrischkartoffeln werden allerdings, entsprechend des Nahrungsbedarfes, quer durch die Bundesrepublik zum Verbraucher transportiert.

Speisekartoffeln werden als Frischkartoffeln das gesamte Jahr über im Handel angeboten. Ein großer Teil der Speisekartoffeln wird zu Kartoffelprodukten (Pommes Frites, Chips, Sticks, Kloß-Mehl u. a.) verarbeitet. Im Inland wurden 2017/18v knapp 6,66 Mio. t Kartoffeln als Frischware oder in Form verarbeiteter Erzeugnisse verwendet. Hiervon wurde der größte Anteil (knapp 75 %) für Nahrungszwecke eingesetzt. Im Durchschnitt verbrauchten die Bundesbürger im Jahr 2017/18v pro Kopf 60,6 kg, davon weit über die Hälfte in Form von Kartoffelerzeugnissen. Tendenziell nimmt der Verbrauch an Speisefrischkartoffeln ab und der Verzehr an fertigen Kartoffelerzeugnissen steigt an.

Die Herstellung von Stärke aus Kartoffeln ist im Bereich der Wirtschaftskartoffeln der wichtigste Verwendungszweck. 2017/18v wurden 21,7 % der Gesamtbruttoernte für die Stärkeproduktion verwendet. Der Einsatz von Futterkartoffeln zur Versorgung der Tierbestände ist heute kaum noch von Bedeutung. Nebenprodukte und Abfälle der Kartoffelindustrie finden hier jedoch eine hohe Verwendung.

Auf Grund der Erzeugungsmengen und großer Verarbeitungskapazitäten spielt der Export von Kartoffeln und -erzeugnissen eine wesentliche Rolle für die Kartoffelwirtschaft. Deutschland ist Nettoexporteur für Kartoffeln und deren Erzeugnissen. Dies gilt auch für Kartoffelstärke. In etwa 50% der hergestellten Stärke werden im Ausland abgesetzt. Die wichtigsten Handelspartner für den Im- und Export von Kartoffeln und deren Erzeugnisse sind die Niederlande, die Tschechische Republik, Belgien, Frankreich, Dänemark und Italien.

Versorgungsbilanz Kartoffeln Wirtschaftsjahre 2003/ 2004 bis 2018/ 2019

Tabelle aus dem Statistischen Jahrbuch: SJT-4022700-0000.xlsx   Versorgung mit Kartoffeln

Quelle: BLE (413)