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Ernährung, Fischerei

Kartoffeln

Kartoffelbilanz 2020/21: Weniger Kartoffelerzeugnisse, mehr frische Kartoffeln als im Vorjahr verbraucht

2020 fiel die Kartoffelernte in Deutschland trotz weiter anhaltender witterungsbedingter Schwierigkeiten während der Vegetationsperiode bis zur Ernte mit 11,72 Millionen Tonnen im Vergleich zu 2019 wesentlich höher aus. Der Ertrag stieg erstmals seit 2017 wieder auf über 40 Tonnen pro Hektar und lag 2020 bei 42,8 Tonnen pro Hektar. Die Anbaufläche betrug 2020 rund 273.500 Hektar.

Laut vorläufigen Berechnungen lag die Inlandsverwendung von Kartoffeln im Wirtschaftsjahr 2020/21 bei 7,29 Millionen Tonnen und damit acht Prozent über dem Vorjahreswert (6,77 Millionen Tonnen). Im Wirtschaftsjahr 2020/21 wurden 68 Prozent der im Inland verwendeten Kartoffeln für Nahrungszwecke eingesetzt (4,94 Millionen Tonnen).

Der Pro-Kopf-Verbrauch im Wirtschaftsjahr 2020/21 stieg im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2019/20 um rund zwei Kilogramm je Bundesbürger auf 59,4 Kilogramm Kartoffeln. Dabei sank der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffelerzeugnissen, wie Pommes frites, Kartoffelsalat oder Chips, um 400 Gramm. Der Verbrauch von Speisefrischkartoffeln stieg hingegen um 2,6 Kilogramm pro Person und lag 2020/21 bei 24,2 Kilogramm. Damit setzt sich der Trend der vergangenen beiden Jahre fort. Hauptgründe sind die Corona-bedingten Einschränkungen im Außer-Haus-Verzehr und die verstärkte Mahlzeitenzubereitung in privaten Haushalten. Die Herstellung von Stärke aus Kartoffeln ist im Bereich der Wirtschaftskartoffeln der wichtigste Verwendungszweck. 2020/21 wurden ca. 23 Prozent der Gesamtbruttoernte für die Stärkeproduktion verwendet.

Wie in den Vorjahren konnte der inländische Bedarf an Kartoffeln aus heimischer Erzeugung gedeckt werden. Der Selbstversorgungsgrad lag 2020/21 bei 145 Prozent und damit einen Prozentpunkt über dem des Vorjahres. Auf Grund des hohen Selbstversorgungsgrades und der vorhandenen Verarbeitungskapazitäten spielt der Export von Kartoffeln und -erzeugnissen eine wesentliche Rolle für die Kartoffelwirtschaft. Deutschland ist Nettoexporteur von Kartoffeln und deren Erzeugnissen. Insgesamt wurden ca. 5,42 Millionen Tonnen Kartoffeln als Frischware oder in Form verarbeiteter Erzeugnisse 2020/21 aus Deutschland ausgeführt. Die Ausfuhren sind im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2019/20 um drei Prozent gestiegen. Die Einfuhren lagen 2020/21 bei 2,17 Millionen Tonnen und sind im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2019/2020 um vier Prozent gesunken.

Die Kartoffelanbaufläche lag 2021 bei 258.300 Hektar und sank im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent. Damit wurde die Anbaufläche erstmals seit 2016 nicht kontinuierlich erweitert. Die vorläufige Erntemenge sank um rund neun Prozent und beträgt für 2021 10,64 Millionen Tonnen Kartoffeln. Auch im Wirtschaftsjahr 2021/22 wird der Kartoffelmarkt weiterhin von der Covid-19-Pandemie beeinflusst.

Quelle: BLE (415)

Visualisierung der Versorgungsbilanz Kartoffeln