Kartoffelernte 2018/19: Trend hin zu Kartoffelerzeugnissen setzt sich fort

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2018/19 wurden in Deutschland, bedingt durch andauernde Trocken-heit und Hitzeperioden 8,92 Mio. t Kartoffeln erzeugt. Die Folgeernte 2019 fiel trotz weiter anhaltender witterungsbedingter Schwierigkeiten, geprägt durch Trockenheit und hohe Temperaturen (ab ca. 30° C Außentemperatur stellt die Kartoffel das Wachstum ein), während der Vegetationsperiode bis zur Ernte, mit 10,6 Mio. t wesentlich höher aus. Das Ertragsniveau vergangener Jahre konnte aber nicht erreicht werden. Durch Ausdehnung der Anbaufläche um 19.400 ha (im Vergleich zu 2018) wurden die schlechten Erträge kompensiert. Im Wirtschaftsjahr 2018/19 wurde der inländische Bedarf zu mehr als 100 % aus heimischer Erzeugung gedeckt. Der Selbstversorgungsgrad an Kartoffeln lag bei 138 %.

Die Hauptanbaugebiete von Kartoffeln beschränkten sich auf Regionen in Nord- und Westdeutschland sowie den Südosten Deutschlands. Die wichtigsten Anbauregionen sind weiterhin in Niedersachsen zu finden mit einem Anteil an der deutschen Kartoffelerzeugung von ca. 44,1 %. Auf Grund des hohen Anteils an beregneten Kartoffelflächen ist dort die Ertragslage trotz der geringen Niederschläge relativ stabil. Beim Kartoffelanbau überwiegt die konventionelle Erzeugung. Geschätzt stammen weniger als zwei Prozent der gesamten Erntemenge aus ökologischem Anbau.

In den Hauptanbaugebieten Deutschlands sind Verarbeitungsindustrien angesiedelt, was letztendlich auch kurze Transportstrecken für Industrie- und regionale Speiseware bedeutet. Große Mengen an Speisefrischkartoffeln werden allerdings, entsprechend des Nahrungsbedarfes in den Ländern, quer durch Deutschland zum Verbraucher transportiert.

Speisekartoffeln werden als Frischkartoffeln das gesamte Jahr über im Handel angeboten. Ein großer Teil der Speisekartoffeln wird zu Kartoffelprodukten (Pommes Frites, Chips, Sticks, Kloß-Mehl u. a.) verarbeitet. Im Inland wurden 2018/19 knapp 5,4 Mio. t Kartoffeln als Frischware oder in Form verarbeiteter Erzeugnisse verwendet. Hiervon wurde der größte Anteil (ca. 60 %) für Nahrungszwecke eingesetzt. Im Durchschnitt verbrauchten die Menschen in Deutschland im Jahr 2018/19 pro Kopf 55 kg, davon weit über die Hälfte in Form von Kartoffelerzeugnissen. Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2017/18 ist ein leichter Rückgang um fünf Kilogramm im Pro-Kopf-Verbrauch zu erkennen. Tendenziell nimmt der Verbrauch an Speisefrischkartoffeln ab und der Verzehr an fertigen Kartoffelerzeugnissen steigt an.

Die Herstellung von Stärke aus Kartoffeln ist im Bereich der Wirtschaftskartoffeln der wichtigste Verwendungszweck. 2018/19 wurden ca. 18 % der Gesamtbruttoernte für die Stärkeproduktion verwendet. Der Einsatz von Futterkartoffeln zur Versorgung der Tierbestände ist heute kaum noch von Bedeutung. Nebenprodukte und Abfälle der Kartoffelindustrie finden hier jedoch eine hohe Verwendung.

Auf Grund der Erzeugungsmengen und großer Verarbeitungskapazitäten spielt der Export von Kartoffeln und -erzeugnissen eine wesentliche Rolle für die Kartoffelwirtschaft. Deutschland ist Nettoexporteur für Kartoffeln und deren Erzeugnissen. Dies gilt auch für Kartoffelstärke. In etwa die Hälfte der hergestellten Stärke wird im Ausland abgesetzt. Die wichtigsten Handelspartner für den Im- und Export von Kartoffeln und deren Erzeugnisse sind die Niederlande, die Tschechische Republik, Belgien, Frankreich, Dänemark und Italien.

Quelle: BLE (413)