Versorgung mit Honig und Kakao

Honigbilanz 2020 vorläufig

Die Zahl der Bienenvölker nimmt weiter zu

Im Jahr 2020 wurden nach Erhebungen des Deutschen Imkerbundes mehr als 982.000 Bienenvölker gehalten. Dies sind 4 % mehr als im Vorjahr und rund 43 % mehr als vor 10 Jahren. Der Trend zunehmender Völkerzahlen setzt sich damit kontinuierlich fort.

Der Durchschnittsertrag je Volk lag im Jahr 2020 bei 29,8 kg, dies sind etwa 17 % mehr als im Vorjahr.

Bei einer deutschen Gesamterzeugung von 29,2 Millionen kg (rund 21 % mehr als im Vorjahr) wurde der mit Abstand meiste Honig von den bayerischen Imkern mit 5,3 Millionen kg produziert. Es folgten Württemberg mit 3,4 Millionen kg und Baden mit 3,3 Millionen kg. Besonders deutlich stieg die Erzeugung in Württemberg. Hier konnte die Honigproduktion fast verdreifacht werden. In Baden verdoppelte sich die Produktion aus dem Vorjahr. Mit einem Durchschnittsertrag von fast 45 kg Honig im Jahr 2020 wurden der höchste Ertrag je Bienenvolk in Thüringen erzielt. Es folgt Baden mit 42 kg je Bienenvolk.

Im Jahr 2020 wurden nach vorläufigen Daten rund 87.800 Tonnen Honig eingeführt und 28.700 Tonnen ausgeführt. Der Importüberschuss hat sich damit im vergangenem Jahr um knapp 2.200 Tonnen im Vergleich zu 2019 auf rund 59.100 Tonnen erhöht. Die wichtigsten Herkunftsländer für deutsche Honigimporte sind die Ukraine, gefolgt von Mexiko und Argentinien. Der Nahrungsverbrauch bei Honig betrug im Jahr 2020 insgesamt 88.300 Tonnen. Dies sind 9 % mehr als im Vorjahr. Dementsprechend stieg der Pro-Kopf-Verbrauch auf fast 1 kg. Der Selbstversorgungsgrad erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 30 % auf 33 %.

Varroamilbe bleibt der Parasit mit dem größten Einfluss auf die Zahl der Bienenvölker

Nach wie vor ist die Varroamilbe weltweit der bedeutendste Parasit der Westlichen Honigbiene. Zu deren Bekämpfung wird derzeit von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein Verbundprojekt betreut. Dabei soll die Fähigkeit einiger Bienenpopulationen, die Milbenvermehrung bereits in der Brutzeit aktiv zu unterdrücken, untersucht werden.

Auch der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Imkerei

Die Auswertung einer Online-Befragung durch das Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass sich die Folgen des Klimawandels auch in der Imkerei bemerkbar machen. So seien die meisten Honigbienenvölker in ihrer Entwicklung noch nicht so weit, dass genügend Flugbienen zur Verfügung stehen, wenn die Raps- und Obstblüte früher beginnt, wie häufig in den vergangenen Jahren zu beobachten war.

Quelle: BLE, Referat 414

Versorgung mit Kakao

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kakao ist von 3,2 kg im Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 2,9 kg im Wirtschaftsjahr 2019/20 gesunken. Nach vorläufigen Angaben der BLE beläuft sich der Gesamtverbrauch auf 301.000 Tonnen, einschließlich verarbeiteter Erzeugnisse.

Ganzjährig nahm die Vermahlung 2020 nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 % auf 363.834 Tonnen ab.

Europaweit wurden im Gesamtjahr 2020, 1.377.614 Tonnen vermahlen. Dies bedeutet ein Rückgang um 3,89 %. Die Einfuhr von Kakao und kakaohaltigen Erzeugnissen betrug in Deutschland nach Berechnungen der BLE 2019/20 rund 958.000 Tonnen.

Der BDSI vermerkt für 2019, 60,5 % aller Rohkakaolieferungen von der Elfenbeinküste, gefolgt von Nigeria, mit 20,8 % und Ghana, mit 7,2 %. In der Summe stiegen (lt. BDSI) die Importausgaben um mehr als 6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Nachhaltiger Kakao

Der Anteil von nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren belief sich im Jahr 2019 auf 72 % und war somit innerhalb eines Jahres um 10 % gestiegen. Die Bundesregierung verfolgt somit weiter ihr Ziel, 100 % des Kakaos in Deutschland unter fairen Bedingungen zu produzieren und zu handeln.

Quelle: BLE (414)