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Außenhandel

Außenhandel mit Frankreich

Frankreich

Frankreich, bekannt für Mode, Wein, gutes Essen und nicht zuletzt durch die Metropole Paris, ist Mitglied der EU und damit der gemeinsamen Agrarpolitik. Doch welche Rolle spielt Frankreich als Agrarproduzent?

Mit über 67 Millionen Einwohnern ist Frankreich nach Deutschland das Land in Europa mit der zweithöchsten Einwohnerzahl. Flächenmäßig hingegen ist Frankreich mit 63 Millionen Hektar (54 Millionen Hektar sind französisches Festland) das größte Land Europas und ein wichtiges Agrarland – denn 27,8 Millionen Hektar sind landwirtschaftlich genutzte Fläche, welches einem Anteil von 51 Prozent entspricht. Damit stellt Frankreich die größte Anbaufläche in der Europäischen Union und ist ein entscheidender Agrarproduzent, der als direkter Nachbar ebenso wichtig für Deutschland ist.

Agrarwirtschaft in Deutschland und Frankreich

Frankreich ist in der EU mengenmäßig der größte Erzeuger von Getreide, Raps, Hülsenfrüchten, Zucker, Rindfleisch und Eiern. Das überrascht nicht, denn die bewirtschaftete Fläche war 2016 mit über 27 Millionen Hektar mehr als 65 Prozent größer als die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland.

Anteil Deutschlands und Frankreichs an der Agrarproduktion der EU (in Prozent)

Land Jahres Ø Getreide Raps und Rübsen Hülsenfrüchte Zucker Rindfleisch Eier
Frankreich 18/20 20,9 21,6 19,4 28,5 19,8 13,2
Deutschland 18/20 13,8 18,4 6,0 24,4 14,1

12,4

Die durchschnittliche Größe eines Betriebes (60,9 Hektar) ist in etwa identisch mit der Betriebsgröße in Deutschland. Die Anzahl der Höfe ist in Frankreich (456.500) allerdings deutlich höher als in Deutschland (276.100). Deshalb wundert es nicht, dass es in Frankreich in fast allen Betriebsgrößenklassen mehr landwirtschaftlich Betriebe gibt. Lediglich in den Betriebsgrößenklassen von 5 bis 20 Hektar Landfläche gibt es mehr Höfe in Deutschland.

Der landwirtschaftliche Produktionswert Frankreichs ist EU-weit betrachtet der höchste: 81,5 Mrd. Euro, Deutschland und Italien folgen mit knapp 60 Milliarden Euro. Das gilt auch für die übrigen Kennziffern aus der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung: Frankreich führt das Feld an.

Agrarhandel zwischen Deutschland und Frankreich

Gemessen in Euro exportiert Deutschland mehr Produkte nach Frankreich, als es einführt. An den Importen nach Deutschland hatte Frankreich 2020 einen Anteil von knapp sechs Prozent (= 56,5 Milliarden Euro). Bei den Exporten waren es in etwa acht Prozent (= 90 Milliarden Euro). Ähnlich sieht es bei den Gütern der Agrar- und Ernährungswirtschaft (ohne Agrarrohstoffe) aus: Zirka sieben Prozent beträgt ihr Anteil am Import (= 5,6 Milliarden Euro) und fast acht Prozent beim Export (sechs Milliarden Euro).

Einfuhr französischer Produkte in Millionen Euro

Einfuhr 2020 (vorläufig)
Güter der Land- und Ernährungswirtschaft 5.686
darunter: Lebende Tiere 29
Nahrungsmittel tierischen Ursprungs 1.622
Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs 3.061
Genussmittel 975
Agrarrohstoffe (Non-Food) 262

Ausfuhr deutscher Produkte in Millionen Euro

Ausfuhr 2020 (vorläufig)
Güter der Land- und Ernährungswirtschaft 6.047
darunter: Lebende Tiere 11
Nahrungsmittel tierischen Ursprungs 1.783
Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs 3.440
Genussmittel 813
Agrarrohstoffe (Non-Food) 595

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier: Deutscher Außenhandel mit Frankreich

Frankreichs Außenhandel

Der Außenhandel wird bei Mitgliedern der EU in zwei Positionen unterteilt. Zum einen in den Handel innerhalb der EU. Hier ist der Warenverkehr gemeint, der zwischen den EU-Mitgliedern abläuft. Zum anderen in den Handel mit Drittländern. Damit ist der Warenverkehr in Länder gemeint, die nicht zur EU gehören.

Im Jahr 2020 importierte Frankreich Güter der Land- und Ernährungswirtschaft aus der EU im Wert von 41 Milliarden Euro und exportierte Güter im Wert von 32 Milliarden Euro. Beim Handel mit Drittstaaten ist der Wert des Warenverkehrs geringer. Hier lag der Import bei 14 Milliarden Euro und der Export bei 28 Milliarden Euro.

SJT-8060100-0000 Außenhandel der EU nach Bereichen

Drei Staaten, drei Preise – eine Quelle

Frankreich, Österreich und Deutschland arbeiten bei der Berichterstattung über den Agrarmarkt zusammen. Die drei öffentlichen Institutionen FranceAgriMer, Agrarmarkt Austria und Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sind die jeweils zuständigen Behörden für die Erhebung und Veröffentlichung von Daten und Zahlen im Agrarbereich. Sie haben im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung einen intensiven fachlichen Austausch über die Situation auf dem Agrarmarkt und die Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Datenerhebung, Analyse und Veröffentlichung in diesem Bereich vereinbart. Der Milch- und Getreidemarkt steht dabei im Fokus. Die drei Länder veröffentlichen dazu ihre Milchpreise und berichten gemeinsam über die Versorgung mit Getreide.