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Außenhandel

Außenhandel mit Italien

Italien als Agrarland

Bella Italia, bekannt für historische Städte, antike Monumente und frühere Heimat von Leonardo da Vinci. Doch welche Bedeutung ist der Agrarlandschaft Italiens zuzuschreiben?

Insgesamt ist das Land mit dem stiefelförmigen Umriss etwas über 30 Millionen Hektar groß. Knapp 13 Millionen Hektar davon sind landwirtschaftlich genutzte Fläche, sodass das Agrarland 44,4 Prozent der gesamten Landfläche einnimmt. Im Jahr 2021 hat sich Italien als wichtiger Handelspartner für Deutschland bewiesen. Als Mitglied der Europäischen Union und Teil der gemeinsamen Agrarpolitik ist Italien ein bedeutsamer Agrarproduzent.

Agrarhandel zwischen Deutschland und Italien

Misst man den Handel zwischen Italien und Deutschland an seinen Umsätzen, exportiert Deutschland mehr Produkte nach Italien, als es importiert. Die Einfuhr machte 2021 am deutschen Außenhandel insgesamt 5,3 Prozent (=65.4 Milliarden Euro) und die Ausfuhr 5 Prozent (=75.5 Milliarden Euro) aus. Das bedeutet, verglichen mit dem Vorjahr, einen Anstieg von über 20 Prozent für beide Länder.

Beim Außenhandel mit Gütern der Land- und Ernährungswirtschaft liegt Italien beim Export vorne. Der Umsatz lag 2021 in Italien bei 8.1 Milliarden Euro, was 4,1 Prozent der deutschen Agrar-Importe ausmachte. Dem gegenüber erzielte Deutschland einen Umsatz von 5.6 Milliarden Euro, womit der Anteil am Außenhandel 3,6 Prozent einnahm.

Vergleicht man die Umsatzzahlen von 2020 und 2021, wird auffällig, dass der Import bei fast allen landwirtschaftlichen Handelsgütern einen Zuwachs erfahren hat. Die größte Steigerung mit 35,4 Prozent ist bei agrarischen Non-food Produkten zu verzeichnen gewesen. Der deutsche Export von Agrarrohstoffen nach Italien stieg überdies um 45,4 Prozent. Insgesamt erhöhte sich der deutsche Außenhandel für Agrargüter bei Importen um fast 12 Prozent und bei Exporten um 9,5 Prozent.

Einfuhr italienischer Produkte in Millionen Euro

Einfuhr 2020 2021
Insgesamt 53.906 65.389
Güter der Land- und Ernährungswirtschaft 7.266 8.128
darunter: Lebende Tiere 1 1
Nahrungsmittel tierischen Ursprungs 1.318 1.478
Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs 4.402 4.812
Genussmittel 1.545 1.838
Güter der gewerblichen Wirtschaft 46.640 57.261
darunter: Agrarrohstoffe (Non-Food) 189 256

Ausfuhr deutscher Produkte in Millionen Euro

Ausfuhr 2020 2021
Insgesamt 60.634 75.526
Güter der Land- und Ernährungswirtschaft 5.124 5.611
darunter: Lebende Tiere 46 52
Nahrungsmittel tierischen Ursprungs 2.442 2.581
Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs 1.993 2.279
Genussmittel 642 699
Güter der gewerblichen Wirtschaft 55.197 69.915
darunter: Agrarrohstoffe (Non-Food) 355 516

Die größten Im- und Exporte

Wenn man an italienisches Essen denkt, kommen einem schnell landestypische Spezialitäten wie Pizza, Pasta und Eis in den Sinn. Tatsächlich nimmt Platz 1 der italienischen Exporte nach Deutschland ein Klassiker ein – der italienische Wein. Mit diesem wurde im Jahr 2021 mit über 5.5 Millionen Hektoliter, die einen Wert von rund 1.2 Milliarden Euro hatten, gehandelt. Damit ist das Genussmittel Wein Italiens größter Exportschlager nach Deutschland. Darauf folgend wurden fast 550 Tausend Tonnen Frischobst nach Deutschland importiert, was einen Umsatz von 676 Millionen Euro bedeutete. Nur italienische Backwaren erzielten mit 875 Millionen Euro mehr Umsatz.

Doch welche deutschen Produkte werden von den Italienern geschätzt? Gemessen am Geldumsatz sind es wohl die deutschen Fleischwaren (=990 Millionen Euro) und der Käse (=822 Millionen Euro).  Allerdings wird auch gerne mit Bier gehandelt. Etwas mehr als über 3 Millionen Hektoliter wurden 2021 nach Italien exportiert, was einen Umsatz von knapp 278 Millionen Euro ergab.

Betrachtet man die prozentuale Veränderung zum Vorjahr, fallen teils starke Veränderungen auf. Der Import von italiensicher Gerste ist quantitativ um über 380 Prozent gestiegen. Monetär bedeutete das einen Sprung von 42 Tausend auf 349 Tausend Euro. Der Verkauf von Sorghum und Hirse hingegen ist gefallen, was einem finanziellen Rückgang von 60,3 Prozent bedeutete. Bei den deutschen Exporten wurde verstärkt mit Mais und Ölkuchen gehandelt, wobei letzteres eine Wertsteigerung um 255,5 Prozent erfahren hat.