Schweinezyklus

Der Schweinezyklus bezeichnet eine periodische Schwankung der Angebotsmenge und des Marktpreises. Das Problem tritt auf Märkten auf, an denen die Angebotsmenge nicht kurzfristig an die aktuelle Nachfrage angepasst werden kann. Betroffen sind Produktionsgüter, die eine längere Vorlaufzeit benötigen und bei der die Anpassungsreaktion zeitverzögert stattfindet. Problematisch ist, dass der Anbieter sich nicht an die aktuellen Nachfrage ausrichten kann, sondern sich die Erwartungen für die Zukunft orientieren muss. Wird das Angebot zu stark ausgeweitet, kommt es zum starken Preisrückgang. Das Angebot wird reduziert, wodurch zeitverzögert eine erhöhte Nachfrage und ein hoher Marktpreis entsteht. Erstmalig beschrieben wurde dieses Phänomen 1928 vom Agrarökonom Arthur Hanau in der Dissertation „Die Prognose der Schweinepreise“.

Schweinefleischzyklus am Bespiel des Ferkel- und Schweinepreises

Bei einen hohen Marktpreis ist der Landwirt bestrebt, seine Produktion auszuweiten. Um den Viehbestand aufzustocken, benötigt dieser Ferkel. Die Nachfrage nach Ferkeln steigt, wodurch sich der Ferkelpreis erhöht. Der Ferkelerzeuger ist aufgrund des hohen Ferkelpreises bestrebt, sein Angebot auszuweiten. Zeitlich verzögert kann er die Ferkel auf dem Markt anbieten. Im Zeitpunkt einer Überproduktion gelangen die schlachtreifen Schweine auf den Markt und können nur zu geringen Preisen angeboten werden. Liegt dieser Preis deutlich unter dem erwarteten Wert, wird der Landwirt seinen Schweinebestand reduzieren. Durch die verringerte Nachfrage nach Ferkeln sinkt der Ferkelpreis und die Aufzucht von Ferkeln wird reduziert. Dadurch reduziert sich auch der Schweinebestand, weniger Tiere können später geschlachtet werden und der Schweinepreis steigt. Der Zyklus beginnt von vorne.

Berechnungsgrundlage

Bei der Berechnung des Indizes bezieht sich der aktuelle Preis auf den Mittelwert der letzten 16 Wochen. Der Bezug auf ein gleitendes Mittel wurde für den Ausgleich der saisonalen Schwankungen gewählt. Für den Preis der Schweine S+E wurde dieser Indexwert mit einer variablen Skalentransformation korrigiert, um auf den Indexwert 100 zu transformieren. Dieselbe Skalentransformation wurde für den Index des Ferkelpreises angewandt, um dessen Schwankung in Bezug auf den Schlachtschweinepreis auf dem gleichen Niveau darzustellen.