Qualität und Sorten der Getreideernte 2018

Aus den Untersuchungen von Getreideproben der Ernte 2018 werden nachstehend schwerpunktmäßig Werte über Qualität und Sortenverteilung aufgeführt.

Feuchtigkeitsgehalt und Schwarzbesatz wurden nur anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Angaben sind daher, besonders auf Landesebene, weniger repräsentativ. Gegenüber dem Vorjahr kann im deutschlandweiten Schnitt bei allen Getreidearten ein höherer Feuchtigkeitsgehalt festgestellt werden. Der Schwarzbesatz ist im deutschlandweiten Schnitt zum Vorjahr bei allen Getreidearten leicht gestiegen.

Der Anteil des Getreides mit Auswuchs wurde anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Auswuchsschäden waren in diesem Jahr witterungsbedingt bei allen Getreidearten geringer als im Vorjahr.

Die Qualität der deutschen Weizen- und Roggenernte 2018 wurde wie alljährlich vom Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, am Standort Detmold anhand der Probeschnitt- und Volldruschmuster untersucht.

Proteingehalt

Die Winterweizenernte 2018 weist im Durchschnitt aller untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen Proteingehalt von 12,9 % auf. Dieser Wert ist damit etwas niedriger als im Vorjahr (13,0 %) und liegt um 0,1 % über dem Mittel (12,8%) der vergangenen zehn Jahre. Der Sedimentationswert, ein indirektes Maß für die Proteinqualität, liegt mit 46 ml unter dem Wert des Vorjahres (47 ml) und über dem Durchschnittswert der vorausgehenden zehn Jahre (45 ml). Das anhand von Proteingehalt, Sedimentationswert und Backqualitätsgruppe berechnete Backvolumen im Rapid-Mix-Test (RMT) liegt mit 685 ml pro 100 g Mehl unter dem Ergebnis des Vorjahres (690 ml/100 g Mehl) und über dem Zehnjahresmittel (680 ml/100 g Mehl).

Gemessen an den Verhältnissen der Ernte 2017 in der bundesweit 9,7 % aller untersuchten Proben eine Fallzahl von unter 160 s und 23,8 % unter 220 s aufwiesen, sind die Werte mit 0,7 % unter 160 s und 1,6 % unter 220 s im Jahr 2018 aufgrund des Witterungsverlaufes zur Ernte wesentlich besser ausgefallen. Die untersuchten Sorten der Qualitätsgruppe E lieferten einen Gesamteiweißgehalt von durchschnittlich 14,2 %. Dieser liegt um 0,1 % höher als im Erntejahr zuvor. Der Sedimentationswert ist im Vergleich zum Vorjahr (61ml) mit 65 ml auch angestiegen. Im A-Segment wurden 13,0 % Proteingehalt und 50 ml Sedimentationsvolumen festgestellt.

Der Proteingehalt ist in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr (13,2 %) leicht gesunken. Auch der Sedimentationswert ist mit 50 ml im Vergleich zum Vorjahr (52 ml) gesunken. Die B-Weizensorten ergaben einen mittleren Proteingehalt von 12,4 % (2017: 12,5 %) und einen mittleren Sedimentationswert von 39 ml (2017: 41 ml). Im C-Weizensortiment wurde ein etwas höherer Proteingehalt (12,2 %) und ein etwas höherer Sedimentationswert (29 ml)
als 2017 (11,9 %, 27 ml) ermittelt.

Die Brotroggenqualität wird üblicherweise im Handel mit den Merkmalen der Stärkebeschaffenheit (Fallzahl > 120 s), der Amylogramm-Verkleisterungstemperatur (> 63 °C) und Amylogramm-Maximum-Viskosität (> 200 AE) definiert.

Die im Erntejahr 2018 insgesamt als unproblematisch zu bewertende Situation in den verschiedenen Anbaugebieten findet ihren Ausdruck in der Betrachtung des bundesweiten Durchschnitts. Danach liegt der Brotroggenanteil der diesjährigen Ernte bei 100 %.

Getreidesorten

Zur Verbreitung der Getreidesorten in den Ländern und im Bundesgebiet im Jahr 2018 lässt sich im Rahmen der Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung folgendes feststellen:

Bei den Winterweizensorten erzielte 2018 die Sorte "Reform RGT" (16,9 %) den Spitzenplatz. Es folgten die Sorten "Patras" (6,8 %), "Julius" (5,5 %) und "Elixer" (5,4 %).

Die Roggensorte mit der größten Verbreitung war 2018 "KWS Binntto"“ (17,6 %). Die Sorten "KWS Daniello" (12,9 %) und "SU Performer" (12,4 %) lagen auf Platz zwei und drei.

Die Wintergerstensorten "KWS Meridian" (15,2 %) und "Sandra" (15,0 %) tauschten im Vergleich zum Vorjahr die Plätze. Die Sorten "California" (9,8 %) und "KWS Kosmos" (7,8 %) lagen an Stelle drei und vier.

Bei Sommergerste lag die Sorte "Avalon" (21,5 %) wie bereits im Vorjahr ganz vorn. Daran schloss sich "Quench" (19,0 %) an. Am zweit- und dritthäufigsten wurden die Sorten "Planet (RGT)" (17,8 %) und "Solist" (9,5 %) angebaut.

Die Hafersorte "Max" (32,2 %) hat etwas von ihrer Dominanz der Vorjahre abgeben müssen, lag aber dennoch an erster Stelle gefolgt von der Sorte "Apollon" (11,1 %). Auf den nächsten Plätzen rangierten die Sorten "Scorpion" (9,1 %) und "Ivory" (8,9 %).

Bei den Triticalesorten rutschte "Adverdo" (8,2 %) von der Spitzenposition nunmehr auf Platz vier ab. Am stärksten verbreitet war die Sorte "Lombardo" (29,1 %), gefolgt von "Agostino" (11,7 %) und "Barolo" (8,7 %).

Diese und weitere Abbildungen und Tabellen sind in der Broschüre Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung 2018 enthalten.