Rückstände von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln in Weizen der Ernte 2018

Im Rahmen der BEE 2018 wurden am Max Rubner-Institut, Standort Detmold, 122 Weizenvolldruschproben auf das Vorkommen von Rückständen an Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln untersucht.

Die Aufarbeitung und analytische Charakterisierung der BEE-Proben erfolgte nach DIN EN 15662:2009 "Pflanzliche Lebensmittel-Bestimmung von Pestizidrückständen mit GC-MS und/oder LC-MS/MS nach Acetonitril-Extraktion/Verteilung und Reinigung mit dispersiver SPE - QuEChERS-Verfahren".

Die bei den BEE-Proben durchgeführten Rückstandsuntersuchungen sind nicht unmittelbar vergleichbar mit den Untersuchungen der amtlichen Lebensüberwachung bezüglich der Einhaltung von Rückstandshöchstgehalten (RHG) in Lebens- und Futtermitteln. Die im EU-Recht verankerten RHG sind maximale Gehalte von Rückständen in Lebensmitteln und Futtermitteln, die für jeden Wirkstoff und aufgeschlüsselt nach Produkten festgelegt werden und dem Vorsorgeprinzip folgen. Die Grundlage der RHG-Festsetzung bilden Rückstandsversuche, die entsprechend der beantragten und zur Bekämpfung des Schaderregers erforderlichen Anwendung eines Pflanzenschutzmittels durchgeführt werden. Nur wenn die Höhe der so ermittelten Rückstände gesundheitlich vertretbar ist, kann eine Festsetzung eines Höchstgehaltes erfolgen. Nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen sind die festgesetzten RHG nach der Ernte ab dem Zeitpunkt ihres Inverkehrbringens als Lebensmittel oder Futtermittel einzuhalten. Die Untersuchungen der BEE-Proben beziehen sich hingegen auf "feldfrische Rohware".

Ergebnisse der Untersuchungen

Die Weizenvolldruschproben wurden auf nachfolgend aufgelisteten 68 verschiedenen Wirkstoffe (ausgenommen Metabolite und Isomere) untersucht.

  • Amidosulfuron
  • Azoxystrobin
  • Beflubutamid
  • Bentazon
  • Benzylbenzoat
  • Bifenox
  • Bixafen
  • Boscalid
  • Bromoxynil
  • Bromuconazol
  • Chlorpyrifos-methyl
  • Cyflufenamid
  • Cyfluthrin
  • Cyhalothrin
  • Cypermethrin
  • Cyproconazol
  • Cyprodinil
  • Deltamethrin
  • Difenoconazol
  • Diflufenican
  • Dimethoat
  • Dimoxystrobin
  • Epoxiconazol
  • Esfenvalerat
  • Fenoxaprop-P
  • Fenpropidin
  • Fenpropimorph
  • Florasulam
  • Fludioxonil
  • Flufenacet
  • Flumioxazin
  • Fluopyram
  • Flupyrsulfuron
  • Flurtamon
  • Fluvalinate-tau
  • Fluxapyroxad
  • Isoproturon
  • Isopyrazam
  • Kresoxim-methyl
  • Mepiquat
  • Metconazol
  • Metrafenon
  • Metsulfuron-methyl
  • Penoxasulam
  • Picolinafen
  • Picoxystrobin
  • Pirimicarb
  • Pirimiphos-methyl
  • Prochloraz
  • Propiconazol
  • Prosulfocarb
  • Prothioconazol
  • Proquinazid
  • Pyraclostrobin
  • Pyrimethanil
  • Pyriofenon
  • Pyroxsulam
  • Quinoxyfen
  • Silthiofam
  • Spiroxamin
  • Tebuconazol
  • Tetraconazol
  • Thiacloprid
  • Thiophanat-methyl
  • Triadimenol
  • Triasulfuron
  • Triticonazol

In 38 Proben der Ernte 2018 konnten keine quantifizierbaren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden werden. In den insgesamt 84 Proben mit Rückstandsbefunden wurden zwölf unterschiedliche Wirkstoffe nachgewiesen. Von diesen Proben mit positiven Befunden wiesen 52 Proben Einfach- und 32 Proben Mehrfachrückstände auf. In 80 Proben waren die ermittelten Rückstandsgehalte > LOQ (Limit of Quantification) mg/kg (analytische Bestimmungsgrenze) und < EU-RHG (mg/kg). In vier Mustern wurde eine Überschreitung der EU-RHG festgestellt.

Nachfolgend sind die nachgewiesenen Wirkstoffrückstände sowie deren Nachweishäufigkeiten gegliedert in die Bereiche > LOQ <EU-RHG und ≥ EU-RHG aufgelistet.

In Tabelle 1 sind die nachgewiesenen Wirkstoffrückstände sowie deren Nachweishäufigkeiten gegliedert in die Bereiche > LOQ <EU-RHG und ≥ EU-RHG aufgelistet.:

Tabelle 1: Nachweishäufigkeit und Rückstandsgehalte verschiedener Wirkstoffe in Weizenvolldruschproben der BEE 2018
Wirkstoff

Nachweis­häufigkeit (n)

> LOQ <EU-RHG mg/kg

Nachweis­häufigkeit (n)

≥ EU-RHG mg/kg

Azoxystrobin 4 -

Bixafen

3 -
Boscalid 6 -
Epoxiconazol 3 -

Fluopyram

7 -

Fluxapyroxad

13 -

Metconazol

1 -
Isoproturon - -

Prochloraz

11 -

Prothioconazol

12 1

Pyraclostrobin

1 -

Spiroxamin

6 3
Tebuconazol 38 1

Hinweis: Da die Vielzahl an möglichen Rückständen von Pflanzenschutzmitteln mit Multimethoden nicht zu erfassen ist, geben die Ergebnisse lediglich erste Hinweise auf bestimmte Rückstandsbelastungen von Weizen, die im Rahmen der Risiko basierten Überwachung der Länder nach dem Inverkehrbringen als Lebensmittel oder Futtermittel einfließen können.

Quelle: Max-Rubner-Institut, Detmold