Buchführungsergebnisse der Forstwirtschaft 2018

Die Buchführungsergebnisse sind vor dem Hintergrund der Schäden der deutschen Forstwirtschaft in Folge von Extremwetterlagen 2018 zu betrachten.

Liniendiagramm zeigt Entwicklung der Reinerträge
Reinertrag I (ohne Förderung) und II (mit Förderung) des Körperschafts- und Privatwaldes

2018 war in Deutschland das bisher wärmste Jahr und zugleich ein außergewöhnlich trockenes Jahr. Diese Wetterkombination, führte zusammen mit Sturmschäden im Jahr 2018 und im Vorjahr sowie einer Massenvermehrung von Borkenkäfern ab der zweiten Jahreshälfte großflächig zu Trockenheitsschäden bei weitgehend allen Baumarten. Hieraus resultierte ein hohes Schadholzaufkommen, insbesondere in der Holzartengruppe Fichte. In den einzelnen Teilnehmerbetrieben des Testbetriebsnetzes-Forst reichte das Schadholzaufkommen bis zum achtfachen des regulären Jahreshiebsatzes. Grundsätzlich war die einzelbetriebliche Betroffenheit durch Schäden in Folge von Extremwetterlagen jedoch unterschiedlich. Besonders stark betroffen waren Forstbetriebe innerhalb eines West-Ost-Bandes in der Mitte Deutschlands. Aufgrund bestehender Vorverträge und einer zunächst hohen Aufnahmekapazität der holzverarbeitenden Industrie konnten die bundesweiten Schadholzmengen von rund 32 Mio. Kubikmetern nach amtlicher Holzeinschlagstatistik weitgehend von den Rohholzmärkten mit Preisabschlägen aufgenommen werden. Mit Fortschreiten des Schadverlaufs und einem Preisrückgang für Rohholz wurde in vielen Betrieben der Frischholzeinschlag reduziert bzw. eingestellt.

In Folge der Schäden durch Extremwetterlagen verzeichneten viele Betriebe des Testbetriebsnetzes-Forst im Forstwirtschaftsjahr 2018 Mindererträge und Mehraufwendungen. Als Besonderheit der Forstwirtschaft mit ihren langen Produktionszeiträumen, dem Charakter von Bäumen als ihr forstwirtschaftliches Produkt und Produktionsmittel und ihren hohen Vermögenswerten in den Holzvorräten der Waldbestände resultieren aus hohen kalamitätsbedingten Schadholznutzungen in der Regel hohe außerordentliche Reinerträge. Während das Testbetriebsnetz-Forst solche außerordentlichen Reinerträge durch hohe Kalamitätsnutzungen aufzeigt, werden Vermögensverluste am stehenden Holzvorrat sowie zukünftige Folgeaufwendungen (z. B. für künstliche Wiederbewaldung) nicht durch das Testbetriebsnetz-Forst bilanziert.

Gesamte Broschüre: Wirtschaftliche Lage der forstwirtschaftlichen Betriebe (PDF)

Zu den Tabellen und weiteren Angaben auf der Seite Buchführungsergebnisse der Forstwirtschaft 2018.