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Landwirtschaft

Qualität und Sorten der Getreideernte 2017

Wintergerstenkörner

Quelle: BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Aus den Untersuchungen von Getreideproben der Ernte 2017 werden nachstehend schwerpunktmäßig Werte über Qualität und Sortenverteilung aufgeführt.

Feuchtigkeitsgehalt und Schwarzbesatz wurden nur anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Angaben sind daher, besonders auf Landesebene, weniger repräsentativ. Gegenüber dem Vorjahr kann im deutschlandweiten Durchschnitt bei allen Getreidearten ein höherer Feuchtigkeitsgehalt festgestellt werden. Der Schwarzbesatz ist im deutschlandweiten Schnitt zum Vorjahr bei allen Getreidearten leicht gestiegen.

Der Anteil des Getreides mit Auswuchs wurde anhand der Volldruschproben ermittelt. Die Auswuchsschäden waren in diesem Jahr witterungsbedingt bei fast allen Getreidearten höher als im Vorjahr.

Die Qualität der deutschen Weizen- und Roggenernte 2017 wurde wie alljährlich vom Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, am Standort Detmold anhand der Probeschnitt- und Volldruschmuster untersucht.

Proteingehalt

Die Winterweizenernte 2017 weist im Durchschnitt aller untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen Proteingehalt von 13,0 % auf. Dieser Wert ist damit etwas höher als im Vorjahr (12,6 %) und liegt um 0,2 % über dem Mittel der vergangenen zehn Jahre. Der Sedimentationswert, ein indirektes Maß für die Proteinqualität, liegt mit 47 ml über dem Wert des Vorjahres (42 ml) und über dem Durchschnittswert der vorausgehenden zehn Jahre (45 ml). Das anhand von Proteingehalt, Sedimentationswert und Backqualitätsgruppe berechnete Backvolumen im Rapid-Mix-Test (RMT) liegt mit 690 ml pro 100 g Mehl über dem Ergebnis des Vorjahres (667 ml/100 g Mehl) und über dem Zehnjahresmittel (680 ml/100 g Mehl).

Gemessen an den Verhältnissen der Ernte 2016 in der bundesweit 7,1 % aller untersuchten Proben eine Fallzahl von unter 160 s und 14,1 % unter 220 s aufwiesen, sind die Werte mit 9,7 % unter 160 s und 23,8 % unter 220 s in diesem Jahr aufgrund des ungünstigeren Witterungsverlaufes zur Ernte schlechter ausgefallen.

Die untersuchten Sorten der Qualitätsgruppe E lieferten einen Gesamteiweißgehalt von durchschnittlich 14,1 %, dieser liegt um 0,5 % höher als im Erntejahr zuvor. Der Sedimentationswert ist im Vergleich zum Vorjahr (54 ml) mit 61 ml auch deutlich angestiegen. Im A-Segment wurden 13,2 % Proteingehalt und 52 ml Sedimentationsvolumen festgestellt. Der Proteingehalt ist in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr (12,7 %) leicht gestiegen. Auch der Sedimentationswert ist mit 52 ml im Vergleich zum Vorjahr (45 ml) erhöht. Die B-Weizensorten ergaben einen mittleren Proteingehalt von 12,5 % (2016: 12,2 %) und einen mittleren Sedimentationswert von 41 ml (2016: 38 ml). Im C-Weizensortiment wurde ein etwas niedrigerer Proteingehalt (11,9 %) und ein etwas höherer Sedimentationswert (27ml) als 2016 (12,0 %, 26 ml) ermittelt.

Die Brotroggenqualität wird üblicherweise im Handel mit den Merkmalen der Stärkebeschaffenheit (Fallzahl > 120 s), der Amylogramm-Verkleisterungstemperatur (> 63 °C) und Amylogramm-Maximum-Viskosität (> 200 AE) definiert. Die im Erntejahr 2017 insgesamt als immer noch unbedenklich zu bewertende Situation findet ihren Ausdruck in der Betrachtung des bundesweiten Durchschnitts. Danach liegt der Brotroggenanteil der diesjährigen Ernte bei 69 % (Vorjahr: 73%).

Getreidesorten

Zur Verbreitung der Getreidesorten in den Ländern und im Bundesgebiet im Jahr 2017 lässt sich im Rahmen der Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung folgendes feststellen:
Bei den Winterweizensorten erzielte 2017 die Sorte "Reform RGT" (13,4 %) den Spitzenplatz. Es folgten die Sorten "Julius" (7,1 %), "Patras" (6,8 %) und "Tobak" (6,7 %).

Die Roggensorte (Tabelle 19) mit der größten Verbreitung war 2017 erstmals "SU Performer" (12,0 %). Die Sorten "KWS Daniello" (10,8 %) und "Dukato" (9,5 %) lagen auf Platz zwei und drei.
Die Wintergerstensorten "Sandra" (14,0 %) und "KWS Meridian" (11,8 %) tauschten im Vergleich zum Vorjahr die Plätze. Die Sorten "Lomerit" (9,5 %) und "California" (9,1 %) lagen wie bereits 2015 und 2016 an Stelle drei und vier.

Bei Sommergerste wird die Sorte "Quench" (11,0 % und damit Stelle vier) von der Sorte "Avalon" (25,1 %) von der Spitze verdrängt. Am zweit- und dritthäufigsten wurden die Sorten "Planet (RGT)" (14,6 %) und "Grace" (11,5 %) angebaut.

Mehr als die Hälfte der Haferanbaufläche wurde mit den Sorten "Max" (44,0 %) und "Scorpion" (13,4 %) bestellt. Auf den nächsten Plätzen rangierten die Sorten "Ivory" (8,7 %) und "Apollon" (6,4 %).

Bei den Triticalesorten rutschte "Grenado" (10,5 % und damit Stelle vier) von der Spitzenposition ab. Am stärksten verbreitet war die Sorte "Adverdo" (13,7 %), gefolgt von "Agostino" (13,6 %) und "Lombardo" (12,4 %).

Diese und weitere Abbildungen und Tabellen sind in der Broschüre Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung 2017 enthalten.